Arzneimittelpolitik

Ersatzkassen für härteren Sparkurs bei Arzneiausgaben

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SCHWERIN (di). Die Ersatzkassen kritisieren erneut die Arzneimittelausgaben im Nordosten. Als Vorbild empfehlen sie den Ärzten die Kollegen in Hessen.

"Zu teuer und zu häufig": Dieses Fazit ziehen die Ersatzkassen zur aktuellen Verordnungsstatistik in Mecklenburg-Vorpommern. Die Arzneimittelausgaben für jeden GKV-Versicherten betrugen dort nach vdek-Angaben im vergangenen Jahr 516 Euro. Damit liegt man an der Ostsee deutlich über dem Bundesdurchschnitt von 443 Euro. Zum Vergleich: Laut Ersatzkassen wurden in Bayern im gleichen Zeitraum nur 380 Euro und in Schleswig-Holstein 391 Euro benötigt. Das angrenzende Brandenburg liegt mit 409 Euro deutlich unter Mecklenburg-Vorpommern. Dort erhält jeder GKV-Versicherte im Durchschnitt zehn Verordnungen im Jahr mit einem Wert von über 50 Euro (bundesweit 46 Euro). Vdek-Leiter Karl Nagel sprach deshalb von einem "unrühmlichen Spitzenplatz".

Die Vorwürfe sind nicht neu: Seit vielen Jahren bemühen sich KV und Ärzte im Nordosten vergeblich, den Bundesdurchschnitt bei den Verordnungen zu erreichen. Die KV sieht einen höheren Bedarf in der über dem Bundesdurchschnitt liegenden Morbidität begründet. Nagel hält dieses Argument allein für nicht ausreichend. Er empfahl einen Blick nach Hessen. Die KV dort habe es geschafft, "durch eine straff organisierte Beratung ihrer Ärzte von einst hohen Arzneimittelausgaben auf ein Niveau weit unter dem Bundesdurchschnitt zu kommen".

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