Praxisgebühr

FDP lässt nicht locker

Das Ringen geht weiter: Die FDP beharrt auf der Abschaffung der Praxisgebühr. Trotz des Widerstands der Union will Minister Bahr das Thema in den Koalitionsausschuss bringen.

Veröffentlicht:

BERLIN (dpa/eb). Die FDP will die Abschaffung der Praxisgebühr zum Thema des nächsten Spitzentreffens der Regierungskoalition machen.

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) sagte der Zeitung "Bild am Sonntag": "Die FDP wird das im nächsten Koalitionsausschuss vorschlagen."

Die Union lehnt den seit langem vorgetragenen FDP-Wunsch bislang aber ab. SPD, Grüne und Linke sind ebenfalls für die Abschaffung. Auch unter den Ländern herrscht bei dem Thema Uneinigkeit.

Bahr sagte, die gesetzlichen Krankenkassen stünden finanziell gut da. Die Gebühr habe ihren Zweck - eine stärkere Steuerung der Patientenströme - auch nicht erfüllt.

"Eine Abschaffung entlastet spürbar Patienten und Arztpraxen und ist sinnvoller als eine kleine Beitragssenkung, die man kaum spürt", sagte Bahr weiter.

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Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Dass ich das noch erleben darf!

Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) zu loben, kam mir leider bisher nicht recht in den Sinn. Bei seinem Vorgänger, dem jetzigen Bundeswirtschaftsminister und Kollegen ohne Fortune, Dr. med. Philipp Rösler, war meine Kritik manchmal ätzend bis vernichtend. Insbesondere weil dieser bis zuletzt nicht von einer verfassungswidrigen
"Kopfpauschale" mit Umverteilung von Unten nach Oben ablassen wollte, während die Regierungskoalition längst davon abgerückt war.

Die Praxisgebühr (PG) ist bei einem GKV-Gesamtüberschuss von mehr als 20 Milliarden Euro allein in 2011 überflüssig wie ein Kropf. Sie sollte ersatzlos abgeschafft werden, weil sie weder quantitativ noch qualitativ irgendeine Steuerungsfunktion ausübt. Und die Interventionsschwelle bei Schwerkranken in prekären Lebensverhältnissen zusätzlich erhöht. In den Hausarztpraxen würde für unbürokratische Entlastung gesorgt. Jede einzelne ärztliche Verordnung kostet 5-10 €, das ist für manche unserer Patienten/-innen knapp ü b e r der Befreiungsgrenze hart genug. Unseren medizinischen Fachangestellten (MFA) würde so manche Rückfrage, Suche nach PG-Quittungen, Abstempeln, Geldwechsel, Fakturierung, Bankeinzahlung, Hektik zu Quartalsanfang und -ende bzw. lästige Diskussionen um abgelaufene Behandlungs- und Befreiungsausweise erspart bleiben.

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


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