Klinik-Reform

"Fantastereien" fehl am Platz

Der Chef der Ärztekammer Nordrhein lehnt die Ideen der Akademie "Leopoldina" zur Reform des Kliniksystems entschieden ab.

Veröffentlicht:

DÜSSELDORF. Der Präsident der Ärztekammer Nordrhein (ÄKNo) Rudolf Henke hat die Vorschläge der Nationalen Akademie der Wissenschaften "Leopoldina" für einen Umbau des Klinik-Systems als völlig unrealistisch kritisiert.

Anders als von den Wissenschaftlern vorgeschlagen tauge Dänemark nicht als Vorbild, sagte Henke auf der ÄKNo-Kammerversammlung in Düsseldorf.

Die Leopoldina hatte sich dafür ausgesprochen, die Zahl der Kliniken in Deutschland von fast 2000 auf 330 zu reduzieren und sich dabei an skandinavischen Modellen wie dem dänischen zu orientieren.

Die Dänen haben 1000 Euro pro Bürger in neue Krankenhäuser investiert – übertragen auf Deutschland wären das 80 Milliarden Euro. Alle Bundesländer zusammen würden gerade einmal 2,7 Milliarden Euro an Investitionsmitteln zur Verfügung stellen statt der erforderlichen sechs bis sieben Milliarden Euro.

Statt Fantastereien sei eine gesetzlich verankerte Mindestförderung für den Substanzerhalt und die Investition in bedarfsgerechte Strukturen nötig, betonte der ÄKNo-Präsident.

"Es kann nicht so bleiben, dass die aus eigenen Mitteln finanzierten Investitionen die Krankenhausbudgets belasten und dadurch ärztliches und Pflegepersonal für die Patientenversorgung fehlt!"

Mit einer Enthaltung und ohne Gegenstimme verabschiedete die Kammerversammlung einen vom Vorstand eingebrachten Antrag, mit dem die Landesregierung aufgefordert wird, ihren Verpflichtungen in der Krankenhausinvestitionsfinanzierung in vollem Umfang nachzukommen.

Die Zuständigkeit des Landes für die Krankenhausplanung lasse sich nicht von der Verpflichtung trennen, für die geplanten Krankenhauskapazitäten auch die notwendigen Investitionsmittel zur Verfügung zu stellen, heißt es dort.

"Die vom Land beanspruchte qualitätsorientierte Krankenhausplanung muss mit der Bereitschaft des Landes zu einer qualitätsermöglichenden Investitionsfinanzierung verbunden sein." (iss)

Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Jahrestagung Amerikanische Neurologen

Eine Frage der Entropie: Wie Psychedelika bei Depressionen wirken

Großes Reformpuzzle

So will Lauterbach den Krankenhaus-Sektor umbauen

Lesetipps
Ulrike Elsner

© Rolf Schulten

Interview

vdek-Chefin Elsner: „Es werden munter weiter Lasten auf die GKV verlagert!“