Apotheke

Franchise-Offerte aus Österreich

Die österreichische Apothekengruppe Saint Charles will in Deutschland Fuß fassen. Mit eine Roadshow wirbt das Unternehmen um Franchisenehmer für sein Premium-Sortiment.

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:
Ein Sortiment, das sich von anderen unterscheidet: Martin Rohla (links) und Alex-ander Ehrmann wollen die österreichische Apothekenmarke Saint Charles im Franchising nach Deutschland bringen.

Ein Sortiment, das sich von anderen unterscheidet: Martin Rohla (links) und Alex-ander Ehrmann wollen die österreichische Apothekenmarke Saint Charles im Franchising nach Deutschland bringen.

© Foto: di

Auf drei Regalmetern 36 Produkte vor mattweißem Hintergrund: Die Produkte der österreichischen Apotheke Saint Charles haben Hamburg erreicht. Zunächst zwar nur ein Szenehotel. In dem haben sich aber immerhin mehr als 30 Apotheker zu einer Informationsveranstaltung über das Franchise-Paket der Österreicher eingefunden.

Sortiment mit "erotischen Margen"

Hinter Saint Charles stehen Alexander Ehrmann und Martin Rohla, die es mit ihrer Idee einer Premium-Apotheke mit eigenem Markensortiment schon in die Russland Gala und in die New York Times geschafft haben. So viel Publicity macht selbstbewusst. "Wir sind die roten Tücher der österreichischen Apothekerszene", sagt Rohla, während die hanseatischen Apotheker geduldig auf Einlass warten.

Der Sprössling des ältesten noch aktiven österreichischen Apothekers ist Unternehmensberater. Er und Apotheker Alexander Ehrmann halten sich jedoch zunächst im Hintergrund. Die beiden Wiener lassen Horst Tiedtke den Vortritt. Der Ökonom will das Marken-Konzept im Franchiseverfahren nach Deutschland bringen. Doch warum sollten es Apotheker übernehmen?

Die Rahmenbedingungen im deutschen Apothekenmarkt wie steigender Wettbewerbs- und Preisdruck erforderten eine Positionierung - entweder als Discounter oder als Premiumanbieter, so Tiedtke. "Beides geht, nur in der Mitte wird es eng." Spätestens jetzt fühlen sich die meisten Apotheker angesprochen. Denn sie erfüllen weder die Merkmale des Discounters, noch die des Premiumanbieters. Was ihnen fehlt, suggeriert Tiedtke, haben Ehrmann und Rohla: Ein Sortiment, das sie von anderen unterscheidet.

Eines, für das die Kunden Preise zu zahlen bereit sind, die "erotische Margen" bescheren. In Wien, so Rohla, hat die Saint Charles Apotheke diesen Weg erfolgreich mit Kosmetik, Nahrungsergänzungsmitteln und Produkten, die der Kunde in einer herkömmlichen Apotheke nicht erwartet, beschritten. So gibt es unter dem Saint Charles-Label auch Wein und andere "Specials, die Spaß machen". Fast alles an der Apotheke sei außergewöhnlich, sagt Rohla, das Umsatzwachstum, die Gewinnmargen, die Kundenakzeptanz.

Bei solchen Versprechungen werden die zurückhaltenden Hamburger vorsichtig. Drei verlassen vor dem offiziellen Ende den Raum. Die anderen hören sich an, welche Franchise- Bausteine es gibt. Sie können zwischen einer Umstellung des Sortiments, einer Neugründung, der Einrichtung eines räumlich getrennten Naturkosmetikladens und der Shop-in-Shop-Variante wählen. Doch wie bleibt die Exklusivität gewahrt?

Konkurrenzschutz für Franchise-Partner

"Wir wollen nicht mehr als gut 200 Franchisenehmer in Deutschland gewinnen", versichert Rohla. Damit dennoch nicht ausgerechnet der Konkurrent in der Nachbarschaft das gleiche Angebot macht, kann jeder Franchisenehmer fünf Apotheken vorschlagen, die nicht Partner bei Saint Charles werden.

"Die Story dahinter ist gut", murmelt eine Zuhörerin. Am Schluss aber kommt sie ins Grübeln. Denn ob sich die Investitionen auch in ihrer Apotheke lohnen würden, weiß sie nicht. Eine Kollegin interessiert sich nur für die Naturkosmetik. Andere für die günstige Shop-in-Shop-Lösung, die wider erwarten aber auf weniger Interesse stößt als die Kom-plettumstellung der Offizin auf das Saint Charles-Design. Vorangegangen waren bereits Info-Veranstaltungen in München, Berlin und Köln. Erste Apotheker in Deutschland hätten bereits einen "Letter oft intent" unterzeichnet, heißt es. Die erste Saint Charles-Apotheke, so erwarten die Franchisegeber, soll hierzulande noch dieses Jahr eröffnen.

STICHWORT

Das Saint Charles Apotheken-Konzept

Saint Charles (www.saint.info) verspricht eine "unverwechselbare Story" mit eigenen Produkten, die nur ausgewählte Apotheken als Franchisepartner erhalten.

Die Franchisenehmer können ihre Apotheke komplett umstellen oder als "Saint Charles Apotheke" neu gründen (Lizenzgebühr monatlich 1600 Euro), eine Shop-in-Shop-Lösung implementieren (750 Euro) oder einen Naturkosmetikladen "Saint Charles Cosmothecary" (1200 Euro) eröffnen.

Außerdem werden 3000 Euro für Umbauberatung, Konzept und weitere Leistungen zum Start fällig. Um das Franchisekonzept kümmert sich in Deutschland das Münchener Institut für innovatives Marketing im Gesundheitswesen (IMG), E-Mail: info@imggmbh.de.

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