Frauenärzte im Norden wollen Schwangere intensiver betreuen

Im Norden soll die Rate der Frühgeburten gesenkt werden. Zusammen mit der DAK will ein Netz von Frauenärzten die Betreuung intensivieren.

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KIEL (di). Jährlich kommen in Schleswig-Holstein über 1600 Frühchen zur Welt, die Tendenz steigt. Das Vorsorgekonzept "Willkommen Baby", auf das sich die DAK, der Landesverband der Frauenärzte und die Ärztegenossenschaft Schleswig-Holstein vertraglich geeinigt haben, soll nun eine Trendwende bringen.

"Jedes Frühchen, das zur Welt kommt, ist für die Mutter und die Familie eine große Herausforderung" sagt DAK-Vertragschef Cord-Eric Lubinski. "Deshalb erhalten schwangere Versicherte ein Vorsorgepaket, das sonst nur Privatpatienten zusteht."

In Schleswig-Holstein kamen allein im Jahr 2008 von rund 22 600 geborenen Kindern über 1600 zu früh zur Welt. Lebenslange körperliche und seelische Schäden sind bei vielen von ihnen die Folge. Bis zu 120 000 Euro kann die DAK ein Frühchen kosten, wenn es um Behandlungen und Therapien geht. Die Kasse will deshalb mit der gezielten Vorbeugung durch Spezialisten auch Geld sparen. An dem Versorgungsmodell beteiligen sich zurzeit 87 Frauenärzte in Schleswig-Holstein. Dieser Kreis soll ausgeweitet werden. Außerdem will die Kasse Kliniken mit Kinderstationen einbinden.

Häufigste Auslöser von Frühgeburten sind Infektionen der Scheide. Sie werden durch aufsteigende bakterielle Infektionen verursacht. "Wenn sie die Fruchtblase infizieren, droht ein vorzeitiger Blasensprung und damit die Frühgeburt", erklärte Dr. Doris Scharrel, Vize-Vorsitzende des Landesverbandes der Frauenärzte. Außer zusätzlichen Ultraschalluntersuchungen und einem Test zur Früherkennung des Schwangerschaftsdiabetes erhalten die Schwangeren auch kostenlose Selbsttesthandschuhe. Damit können sie selbst eine veränderte Scheidenflora erkennen. Befürchtungen der Mütter, dass die Babys in Mitleidenschaft gezogen werden, sind unbegründet. "Die Babys werden von den Untersuchungen gar nicht berührt", stellte Scharrel klar.

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