Gesundheitspolitik international

Freie Klinikwahl für Briten eingeschränkt

LONDON (ast). In Großbritannien schränken offenbar immer mehr lokale Gesundheitsverwaltungen die Krankenhauswahlfreiheit der Patienten ein, um so Geld zu sparen.

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Gesundheitspolitische Beobachter sehen einen Zusammenhang mit der Finanzkrise. Klinikärzte beobachten den Trend mit Sorge.

Derzeit haben NHS-Patienten die freie Wahl, in welchem Krankenhaus sie sich behandeln lassen. Einzige Voraussetzung ist, dass die Klinik - privat oder staatlich - die benötigte Operation zum selben Preis anbietet wie die NHS-Kliniken.

Diese Wahlfreiheit haben Patienten aber erst seit drei Jahren, seit das Gesundheitsministerium mehr Wettbewerb in den stationären Sektor bringen wollte und den Markt öffnete.

"Bitte gehen Sie ins nächste Krankenhaus"

Aber: Wie aus aktuellen Zahlen der Organisation "NHS Cooperation and Competition Panel" hervor geht, schränken inzwischen knapp 50 Prozent aller lokalen Gesundheitsverwaltungen diese Wahlfreiheit für Klinikpatienten ein.

In der Regel werde der Patient gezwungen, ins nächstgelegene NHS-Krankenhaus zu gehen. Es sei unklar, warum das geschehe, heißt es.

Experten sehen einen Zusammenhang mit Etatkürzungen im Gesundheitswesen. Zwar werden die Operationen von den privaten Kliniken laut Bestimmungen zum selben Preis angeboten wie in NHS-Hospitälern. Allerdings seien die Folgebehandlungen bei Privatanbietern oft teurer.

"Dann doch lieber in die Privatklinik"

Laut Londoner Gesundheitsministerium steigt die Zahl jener Patienten, die sich nicht im nächstgelegenen NHS-Krankenhaus behandeln lassen, sondern lieber in eine weiter entfernt gelegene Privat- oder Staatsklinik gehen.

Rund 60 Prozent aller vom Hausarzt überwiesenen Patienten bevorzugen diese Option. Britische Klinikärzte beobachten die Einschränkungen der Wahlfreiheit mit Sorge.

"Das Wohl des Patienten sollte in jedem Fall das oberste Gebot für alle Entscheidungsträger sein", so eine Sprecherin des britischen Ärztebundes (British Medical Association, BMA) zur "Ärzte Zeitung" in London.

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