Ideenlabor

Für eine bessere Schlaganfall-Versorgung

Neue Wege in der Versorgung bei Schlaganfall: Teilnehmer einer interdisziplinär besetzten Tagung haben ohne Denkverbote alternative Strategien gesucht.

Christian BenekerVon Christian Beneker Veröffentlicht:

OLDENBURG. In Oldenburg haben sich Vertreter aus Kassen, Politik, Verbänden und Patientenorganisationen, Reha-Einrichtungen und Pflegeorganisationen getroffen, um jenseits des Arbeitsalltags Strategien und Projekte auszuloten - mit dem Ziel, die Versorgung zu verbessern: "OPEN SPACE Ideenwerkstatt - Schlaganfall 2020 - Gemeinsam neue Wege gehen", so der Titel der vom Unternehmen Pfizer organisierten Tagung.

Dazu wurde auf festgelegte Themen, Arbeitsgruppen und Vorträge verzichtet zu Gunsten eines offenen Such-Prozesses der Teilnehmenden. In ihm konnten die rund 50 Teilnehmer ihre eigenen Themen und Fragestellungen setzen, um sie dann in spontan gebildeten Arbeitsgruppen zu besprechen.

Wer macht was und wer koordiniert, und zwar von der Prävention bis zur Nachsorge?, so das Thema einer Arbeitsgruppe.

Oder "Aphasie - psychologische Versorgung." Oder: "Soforthilfe für Betroffene und Angehörige". In der AG "Zunehmende Zahl von Patienten bei abnehmenden Ressourcen" wurde das Reizthema Rationierung diskutiert oder die neuen Möglichkeiten der Telemedizin.

Die Gruppe "Verbessern Vernetzung Nachsorge, Physio, Ergo, KG" schlug vor, in der Zusammenarbeit bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten auf bestehende Kooperationsmodelle zurück zu greifen, zum Beispiel auf das Modell des Palliativnetzes Ammerland.

Das dominierende Thema war die Vernetzung der vielen Angebote: Von der Prävention über einen Diagnose-/Medikamentenpass bis hin zur Notfallmappe samt Kärtchen fürs Portemonnaie, das alle wichtigen Patientendaten enthält.

So schlug eine Gruppe vor, die Patientendaten auf der Krankenversicherungskarte als "historisierte Daten" zu hinterlegen und forderte vom Gesetzgeber, diese Möglichkeit zu schaffen. Eine andere Gruppe setzte auf eine "interdisziplinäre Expertenrunde", um die Therapie jedes Patienten zu lenken.

Der offene Blick über den Tellerrand hat offenbar den Teilnehmenden gut getan. Carsten Göken vom vdek-Landesverband Niedersachsen sagte: "Besonders hat mir der Kontakt zu anderen Berufsgruppen gefallen, mit denen man sonst wenig oder gar nicht in Kontakt kommt."

Dr. Matthias Lindenblatt, Hausarzt aus Neustadt erklärte: "Diese Art der Veranstaltung ist ein gelungenes Format zur Ideenfindung." (cben)

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