Kommentar

Furcht vor dem Großinvestor

Sven EichstädtVon Sven Eichstädt Veröffentlicht:

Rendite-getriebener Investor gegen Kassenärzte? Der forsche Auftritt der „MVZ DerArzt eG“ hat in Sachsen die KV aufgeschreckt. Die Hälfte der Augenärzte dort will das Unternehmen sofort übernehmen, Hausarztsitze auf dem Land sollen zu Zentren zusammengeführt werden.

Der Streit um Kapital von Investoren in der ambulanten Versorgung, der in Berlin bis vor Kurzem um Formulierungen zu potenziellen MVZ-Gründern im TSVG tobte, hat sich in Sachsen mit voller Härte und heftigen Verbalinjurien von beiden Seiten auf regionale Ebene verlagert.

Die KV spricht die eindeutige Empfehlung an die Ärzte aus, keine Verträge mit der Kölner Genossenschaft abzuschließen. Dabei mischt sich die Furcht vor allzu dominanten Anbietern mit Bedenken gegen renditegetriebene MVZ-Träger.

Dabei spielen aber auch Versorgungsaspekte eine Rolle: Die Hausarztzentren der eG sollen bis zu fünf Gemeinden abdecken, in denen sich im Idealfall bisher jeweils ein Kassensitz befand. Eine solche Zentralisierung würde für Patienten ohne Auto tatsächlich zu einer schlechteren Erreichbarkeit von Ärzten führen.

Allerdings: Wenn die KV Zentren ablehnt, muss sie dafür geradestehen, dass sich Ärzte finden, die sich in den Einzelpraxen niederlassen wollen. Kein leichtes Unterfangen.

Lesen Sie dazu auch: „Glücksritter“ oder Retter?: MVZ-Kette mischt Sachsen auf

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Interview mit Johanna Ludwig von der gematik

Digitale Prozesse in der Arztpraxis neu denken

Differenzialdiagnosen im Blick

Hängendes Augenlid – Schauen Sie auch auf die Pupillen!

Lesetipps
Ein älterer Mann muss stark husten und hält eine Hand auf seine Brust.

© Getty Images

Infektionsmanagement

Keuchhusten: Was bei der Behandlung Erwachsener wichtig ist