Berlin

Gesundheit der Erstklässler immer besser

"Pumperlgesund" ist das Gros der Berliner Gören. Das zeigen Daten der Einschulungsuntersuchungen, die 2014 an knapp 30.000 Jungen und Mädchen vorgenommen wurden.

Veröffentlicht:

BERLIN. Seit zehn Jahren werden die Einschulungsuntersuchungen in Berlin mit weitgehend gleich bleibender Methodik durchgeführt und standardisiert ausgewertet.

Dies ermöglicht der Sozialverwaltung ein Monitoring der gesundheitlichen und sozialen Lage der Berliner Kinder, die kurz vor dem Schulbeginn stehen. Dabei zeigt sich: Wie gesund Jungen und Mädchen aufwachsen, das hängt wesentlich von den sozialen Verhältnissen ab.

In der Auswertung, die jetzt vorgelegt wurde, weist die Senatsverwaltung für Gesundheit und Soziales auf acht "wichtige Ergebnisse" hin.

Dazu zählt etwa die Erkenntnis, dass die Zahl alleinerziehender Eltern von einem Drittel im Jahr 2005 auf ein Viertel zurückgegangen ist und dass die Früherkennungsuntersuchungen mehr als zuvor in Anspruch genommen werden.

Dies führt die Verwaltung auf das "verbindliche Einladewesen" zurück, mit dem seit 2010 alle Eltern auf die jeweiligen U-Untersuchungen hingewiesen werden.

85,4 Prozent der Schulanfänger im Jahr 2014 hatten die U1 bis U8 vollständig absolviert. 2013 waren es 83,9 Prozent.

Meist rauchfreies Zuhause

Weitere Erkenntnisse, die die Schuluntersuchungen lieferten: Der Anteil der Nichtraucherhaushalte beträgt inzwischen zwei Drittel (knapp 66 Prozent. Und weniger Kinder schauen über zwei Stunden täglich fern.

Dazu besitzen weniger Jungen und Mädchen nach den Angaben der Eltern einen eigenen Fernseher. 2014 waren es bei den Fünf- und Sechsjährigen immer noch 9,6 Prozent. 2005 lag der Prozentsatz bei stolzen 18,2 Prozent.

Als erfreulich wertet die Berliner Behörde auch, dass es bei Impfungen gegen Masern, Mumps und Röteln einen weiteren Anstieg gibt, insbesondere bei der zweiten Impfung. 91 Prozent der untersuchten Kinder konnten beide Impfungen nachweisen.

Trotzdem, bedauert die Verwaltung, werde das Impfziel der WHO nach wie vor deutlich unterschritten, wonach 95 Prozent aller Kinder mit zwei Impfdosen gegen Masern geimpft sein sollen.

Auf Bezirksebene wird diese Quote nur in Marzahn-Hellersdorf erreicht. "Bei kleinräumiger Betrachtung erreichen elf der 60 Berliner Prognoseräume diese Durchimpfungsquote, die für eine Elimination der Masern notwendig ist", heißt es in einer Mitteilung.

Hauptrisiko: Sozialer Status

87,5 Prozent der Kinder besuchten zum Zeitpunkt der Einschulungsuntersuchung seit mehr als zwei Jahren eine Kita.

"Bedauerlicherweise", so die Verwaltung, kämen aber gerade Kinder aus sozial benachteiligten Familien und Kinder mit Migrationshintergrund nicht "in den Genuss eines längeren Kitabesuchs" - und dass, obwohl in Berlin die letzten Jahre im Kindergarten vor Schulbeginn schon länger beitragsfrei sind.

96 Prozent der Kinder aus der oberen Sozialstatusgruppe besuchten länger als zwei Jahre einen Kindergarten, bei sozial benachteiligten Familien waren es dagegen nur 72 Prozent der Jungen und Mädchen.

Insgesamt hat sich in Berlin den Daten zufolge die soziale Lage der Familien mit Kindern im Einschulungsalter seit 2005 verbessert. Dennoch bleibt das Problem, dass gerade der Nachwuchs aus schwierigen sozialen Verhältnissen mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hat.

So sind in der Hauptstadt weniger als zehn Prozent der Kinder übergewichtig oder adipös. In sozial benachteiligten Familien leiden Kinder jedoch viermal so häufig an zu viel Gewicht im Vergleich zu Kindern aus sozial besser gestellten Familien.

Auch bei den Tests zur motorischen, kognitiven und sprachlichen Entwicklung sind die Jungen und Mädchen aus sozial niedrigem Status häufiger auffällig. (juk)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Vernarbung und Fibrosierung

Interstitielle Lungenerkrankung: Die Nachwehen von COVID-19

Infektionsgeschehen

Höhepunkt der Grippewelle wohl überschritten

Lesetipps
Brustkrebs Symbolbild

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Risikoadaptiert und individualisiert behandeln

Frühes Mammakarzinom: So optimieren Sie die Therapie

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Eine Ärztin spricht mit einer Patientin.

© Siphosethu F / peopleimages.com / Stock.adobe.com

Krebsprävention durch Kommunikation

Zu Krebs halten sich Mythen und Irrtümer hartnäckig – Aufklärung tut not

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe
Drei Operateure in einem Operationssaal.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Krebskongress

Tumorchirurgie: Geschlecht zählt auf beiden Seiten des Skalpells

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe