Immobilienaffäre

Gröhes Mann sitzt bereits in der KBV

Veröffentlicht:

BERLIN. Der "Staatskommissar" hat seine Arbeit in der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) aufgenommen. Bereits am 22. Juni hatten die KBV-Vorstände Dr. Andreas Gassen und Regina Feldmann Vertreter des Gesundheitsministeriums und den Beauftragten des Ministeriums, Dr. André Große Vorholt von der Düsseldorfer Kanzlei Luther Rechtsanwaltsgesellschaft mbH, zu ersten Gesprächen zu Gast.

Diese seien von "großer Einigkeit und Zielstrebigkeit" geprägt gewesen, heißt es in einem Schreiben an die Mitglieder der Vertreterversammlung, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt. Man sei optimistisch, in der Vertreterversammlung am 16. September "über bereits gemachte Fortschritte" berichten zu können.

Ab Juli soll der Beauftragte regelmäßig Sachstandsberichte zur Abwicklung der umstrittenen Immobiliengeschäfte der KBV im Gesundheitsministerium vortragen. Bei der Informationsbeschaffung hat der Anwalt freie Hand. Ausweislich einer Vereinbarung zwischen KBV und Ministerium, darf er in der KBV ein- und ausgehen, von den Mitgliedern der KBV-Organe und den Beschäftigten Auskünfte verlangen, an allen Sitzungen der Gremien der KBV teilnehmen und Einsicht in die Geschäftspapiere und die Bücher nehmen.

"In Bezug auf das Aufgabengebiet wird Kanzlei Luther (...) das Weisungsrecht gegenüber den Mitarbeitern der KBV übertragen", heißt es in einer Vereinbarung zwischen KBV und Ministerium, die der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Konkret geht es bei dem aufsichtsrechtlichen Verfahren unter anderem darum, einen "rechtmäßigen Zustand" bei der Beteiligung der KBV an der APO KG zu erreichen. Das ist die Gesellschaft, unter deren Dach der Immobilienbesitz der KBV in Berlin gebündelt ist. Dafür hat die Kanzlei Luther die Vertretungsvollmacht erhalten.

Sie erfasst auch das Vorbereiten und das Führen von Gerichtsverfahren, um etwaige Schadenersatzansprüche der KBV zu sichern. Die KBV äußert sich derzeit zu den Vorgängen nicht. (af)

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Warten auf Facharzttermine

KBV-Chef Gassen: Die meisten Patienten haben binnen drei Tagen einen Termin

Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Analyse des Trinkverhaltens

Wie lebenslanger Alkoholkonsum das Darmkrebsrisiko steigert

Lesetipps
Das Zusammenspiel zwischen Vermögensverwalter und Anlegerin oder Anleger läuft am besten, wenn die Schritte der Geldanlage anschaulich erklärt werden.

© M+Isolation+Photo / stock.adobe.com

Geldanlage

Was einen guten Vermögensverwalter ausmacht

Adipostas und deren Folgen sind zu einer der häufigsten Todesursachen geworden.

© Christian Delbert / stock.adobe.com

Leopoldina

Adipositas-Epidemie: Diese Strategien braucht es jetzt

Plaque im Gefäß

© Dr_Kateryna / Fotolia

Metaanalyse

Keine Evidenz für die meisten Statin-Nebenwirkungen