Baden-Württemberg

"Grün-Schwarz muss die HzV stützen"

Acht Jahre nach dem Start ist die Weiterentwicklung der Hausarztverträge in Baden-Württemberg eine zentrale Aufgabe, sagt Hausärzte-Chef Dietsche. Jüngst feierte der Verband den 50. Jahrestag seiner Gründung.

Florian StaeckVon Florian Staeck Veröffentlicht:
Gehört zu den "Vätern" der HzV: Dr. Berthold Dietsche.

Gehört zu den "Vätern" der HzV: Dr. Berthold Dietsche.

© M. Gilardone / Photographer

STUTTGART/FREIBURG. Der Hausärzteverband in Baden-Württemberg hat sein 50-jähriges Bestehen gefeiert. Zwar schaute der Verband vergangenen Woche bei seinem Jubiläumskongress in Freiburg auf seine Gründungstage zurück - vor allem aber nach vorn.

Denn zur Zeit sortiert sich nach den Wahlen im Südwesten eine neue grün-schwarze Landesregierung. "Wir erwarten auch von der neuen Regierung Unterstützung für die hausarztzentrierte Versorgung (HzV)", sagt Verbandschef Dr. Berthold Dietsche im Gespräch mit der "Ärzte Zeitung".

Auf seiner Wunschliste steht auch ein neues Förderprogramm zur Weiterbildung in der Allgemeinmedizin. Nachdem das alte Programm vor zwei Jahren eingestellt wurde, sei der Landesverband eingesprungen, erinnert Dietsche.

Das aber, mahnt er, könne keine Dauerlösung sein. "Daseinsvorsorge ist Aufgabe des Landes, nicht eines Berufsverbands", sagt Dietsche.

Junge Hausärzte im Fokus

Als "Berufsverband der Praktischen Ärzte und Ärzte für Allgemeinmedizin" wurde der Landesverband am 16. März 1966 in das Vereinsregister beim Amtsgericht Mannheim eingetragen.

Noch nach der Jahrtausendwende ging es mit den Mitgliederzahlen stetig aufwärts -  der Start der HzV im Jahr 2008 bescherte dem Verband nochmals einen Zuwachs von über 500 Mitgliedern.

2010 wurde mit 4065 Mitgliedern ein Höchststand erreicht. Seit 2010 sinkt ihre Zahl und lag im vergangenen Jahr bei 3793. "Es wird immer schwieriger, die Abgänge durch neue Mitglieder auszugleichen", gibt Dietsche zu.

Die Hausärzteschaft im Südwesten gehört zu einer der ältesten bundesweit - jeder Dritte ist über 60. Der Verband entwickele viele Angebote, um vor allem junge Hausärzte zu erreichen, berichtet Dietsche.

So setze man auf Landesebene "stark auf die Praxisbörse, um junge Ärzte zu vermitteln, die in Teilzeit arbeiten wollen".

Der Verband kümmere sich auch um alternative Anstellungs- und Versorgungsmodelle. "Wir wollen modellhaft hausärztliche Versorgungszentren in Gebieten mit Mangelversorgung etablieren. Darin soll es auch Angebote geben, um in Teilzeit zu arbeiten", kündigt der Verbandschef an.

Zwei Nahziele besonders im Auge

Die Weiterentwicklung der HzV ist für ihn dauerhaft auf der Agenda. Denn die Einschreibequoten im AOK-System lägen nach wie vor höher als bei den anderen Kassenarten.

Auch das Fortbildungsprogramm im Kontext der HzV werde bisher vor allem von der Südwest-AOK kofinanziert. "Angesichts des Benefits dieses Programms für die Versorgungsqualität wollen wir auch auf andere Kassen zugehen, um die Finanzierung sicherzustellen", kündigt Dietsche an.

Zwei Nahziele hat der Verband besonders im Auge. Im Juni werden Wissenschaftler der Universitäten Frankfurt und Heidelberg zum dritten Mal Ergebnisse der HzV-Evaluation vorstellen. Er hoffe, dass die "positiven Trends der ersten beiden Auswertungen bestätigt werden.

Zudem stehen im Juli im Ländle KV-Wahlen an. Der Verband wolle "mindestens mit der gleichen Mannstärke wieder in der Vertreterversammlung repräsentiert sein".

Dabei unterstützt Dietsche das bisherige Vorstands-Tandem in der KV. "Wir würden eine weitere Amtszeit von Dr. Norbert Metke und Dr. Johannes Fechner begrüßen", stellt er klar.

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