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Kommentar zur Darmkrebs-Prävention

Gut gemeint ist nicht gleich gut

Der Gemeinsame Bundesausschuss hat bis 2016 Zeit, um Einzelheiten des Darmkrebs-Screenings auszuarbeiten. Das ist zu lang, monieren die Kassen und preschen mit eigenen Modellprojekten vor. Leidtragende sind die Versicherten.

Von Sunna Gieseke Veröffentlicht:

Darmkrebsvorsorge kann Leben retten. Das belegen nun auch die aktuellen Zahlen aus dem Krankenhaus-Report der Barmer GEK. Demnach müssen immer weniger Betroffene im Krankenhaus behandelt und operiert werden.

Ein Ausbau der Prävention bei Darmkrebs ist also mehr als sinnvoll. Mit dem Krebsfrüherkennungs- und -registergesetz hat die schwarz-gelbe Koalition die Früherkennung für Darm- und Gebärmutterhalskrebs ausgebaut, ein Einladungswesen soll, ähnlich wie beim Mammografie-Screening, kommen.

Die Selbstverwaltung wurde von der Koalition mit dem Feinschliff beauftragt: Bis Ende April 2016 soll der Gemeinsame Bundesausschuss Einzelheiten des Screenings regeln. 2017 soll dann der Startschuss für das Einladungsverfahren fallen.

Eindeutig zu spät! Das finden auch einige Kassen. Deren Lösung: Sie preschen nun vor und starten in Bayern bereits Modellprojekte. Solche Einzelgänge werden zurecht von vielen Seiten wie zum Beispiel Gesundheitsexperten und den Grünen kritisiert.

Ja, drei Jahre sind eine lange Zeit, um Einzelheiten in den Gremien der Selbstverwaltung auszuarbeiten. In der Tat wäre es schöner, wenn man das Krebsfrüherkennungsgesetz, das im April 2013 in Kraft getreten ist, schneller umsetzen könnte.

Doch ein Flickenteppich - wie ihn einige Kassen derzeit beginnen - kann nicht die Lösung des Problems sein. Wo bleiben die einheitlichen Standards und die Qualitätssicherung, die oft im Fokus der Diskussionen stehen?Leidtragende sind dieser Werbekampagnen der Kassen, sind nun die Versicherten.

Lesen Sie dazu auch: Krankenhaus-Report: Darmkrebs seltener in Kliniken

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