Berlin / Thüringen

Häusliche Pflege: Entlohnung für Angehörige geplant

Geld für pflegende Angehörige – Berlin und Thüringen bereiten einen gemeinsamen Bundesratsantrag vor.

Veröffentlicht: 29.01.2020, 12:46 Uhr
Häusliche Pflege: Entlohnung für Angehörige geplant

Wenn Angehörige zu Hause gepflegt werden, müssen Familien oft finanzielle Einbußen hinnehmen.

© Robert Kneschke / stock.adobe.com

Erfurt. Thüringen will gemeinsam mit Berlin über den Bundesrat die Einführung eines steuerfinanzierten Familienpflegegeldes für Menschen, die ihre Angehörigen zu Hause selbst pflegen, erreichen. Ein entsprechender Antrag befinde sich derzeit noch in der Abstimmung in den beiden Landesregierungen, teilte das Thüringer Sozialministerium am Dienstag mit.

Mit einem Familienpflegegeld sollen finanzielle Einbußen etwa wegen unbezahlter Freistellung vom Job zugunsten der häuslichen Pflege kompensiert werden. Zudem könne so ermöglicht werden, dass Pflegebedürftige länger in den eigenen vier Wänden bleiben könnten – als Alternative zum im Vergleich zur ambulanten Betreuung teureren Pflegeheim.

Tragende Säule in der Pflege

„Pflegende Angehörige sind bundesweit mit großem Abstand die tragende Säule der pflegerischen Versorgung“, erklärte die amtierende Ministerin Heike Werner (Linke). Sie übernähmen mit der Pflege von Angehörigen eine zum Teil belastende und schwere Aufgabe.

In Deutschland werden nach offizieller Statistik 2,9 Millionen Empfänger von Pflegeleistungen ambulant gepflegt, 52 Prozent allein von Angehörigen. Bereits vor zwei Jahren hatten die Arbeits- und Sozialminister der Bundesländer die Bundesregierung zur Einführung eines Familienpflegegeldes aufgefordert, auch Sozialverbände plädieren dafür.

Vorgaben für digitale Pflegehelfer

Eine weitere gemeinsame Bundesratsinitiative der beiden rot-rot-grün regierten Länder befasst sich mit digitalen Assistenzsystemen in der Pflege, etwa Notfallsysteme. Hier geht es um gesetzliche Vorgaben für die Anerkennung digitaler „Pflegehelfer“ im Leistungskatalog der Krankenkassen.

Die Techniker Krankenkasse hält dies für sinnvoll. Die Pflegeversicherung müsse sich nicht nur der demografischen, sondern auch der digitalen Entwicklung stellen. Als mögliches Beispiel dafür nannte sie Sensoren, die Stürze melden. (zei)

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