Ambulante Versorgung

Hamburg will flexibel auf Engpässe reagieren

Nach einem Streit über die Interpretation der Versorgungslage in Hamburg hat die Landeskonferenz nun eine Einigung erzielt. Politik und Kassen sind zufrieden.

Von Dirk Schnack Veröffentlicht: 20.11.2014, 07:58 Uhr
Hamburg will flexibel auf Engpässe reagieren

Kinderärztin in der Praxis. In Hamburg soll bei der Bedarfsplanung für Haus- und Kinderärzte noch stärker die lokale Situation berücksichtig werden.

© Pleul / dpa

HAMBURG. In kaum einer anderen Region in Deutschland ist das ambulante Versorgungsnetz so dicht geknüpft wie in Hamburg. Sollte es dennoch zu punktuellen Engpässen kommen, kann jetzt flexibel reagiert werden.

Die Landeskonferenz Versorgung hat sich auf Maßnahmen verständigt, wie in Einzelfällen auf eine unzureichende Versorgungssituation reagiert werden soll. Auch auf Kriterien, mit denen solche lokalen Engpässe festgestellt werden, hat man sich geeinigt.

Dazu zählen etwa die lokale Betrachtung des Verhältnisses Einwohner je Arzt unter Berücksichtigung der Altersverteilung sowie durchschnittliche Arztfallzahlen. Bei einem festgestellten Engpass kann die KV Hamburg die betroffene Praxis finanziell fördern oder ihr durch organisatorische Erleichterungen entgegenkommen.

Unzureichende Versorgung?

Wenn die rechtlichen Voraussetzungen gegeben sind, kann der Zulassungsausschuss auch eine Sonderbedarfszulassung oder Filialbildung mit räumlicher Sitzbindung aussprechen.

Wenn der festgestellte Engpass auf Ursachen außerhalb des Systems zurückzuführen ist - etwa auf eine schlechte Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel - sollen politische Lösungen gefunden werden.

Mit dieser Einigung reagiert die Landeskonferenz auf unterschiedliche Interpretationen der ambulanten Versorgungslage in Hamburg. Wie berichtet hatte die KV ein Gutachten vorgelegt, das der Hansestadt eine hervorragende ambulante Versorgungssituation bescheinigte.

In den Medien und von Teilen der Politik war aber die Verteilung der Praxen kritisiert worden. Angeblich resultiert daraus in manchen Stadtteilen eine unzureichende Versorgung.

"Die haus- und kinderärztliche Versorgung soll insbesondere in den Stadtteilen erbracht werden, in denen die Menschen den größten Bedarf haben", sagte Gesundheitssenatorin Cornelia Prüfer-Storcks (SPD).

Sie sieht in dem jetzt vorgelegten Maßnahmenkatalog ein Instrument, "mit dem gezielt auf lokale Versorgungsengpässe reagiert werden kann."

Auch die Krankenkassen und die KV zeigten sich damit zufrieden. "Die Kriterien werden es uns erleichtern, dort nachzusteuern, wo wir punktuellen Handlungsbedarf feststellen.

Starres Planen nach Verwaltungsgrenzen wird so vermieden", sagte der stellvertretende KV-Vorsitzende Dr. Stephan Hofmeister.

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