Hamburger Ärztenetz erläutert Patienten Krux der Pauschalen

Veröffentlicht:

HAMBURG (di). Pauschalierung und Budgetierung sind bei der Honorierung ärztlicher Leistungen längst Alltag. Das Ärztenetz Hamburg Nordwest erklärt Patienten die Folgen.

"Pauschale Bezahlung unterscheidet nicht zwischen einem Arzt, der seine Patienten intensiv betreut und einem, der sich wenig Zeit nimmt", heißt es in den so genannten Hamburger Standpunkten, mit denen das Netz regelmäßig seine Patienten auf Missstände im Gesundheitswesen hinweist.

Das Netz kritisiert Pauschalen als "Flatrate für medizinische Leistungen", die keine Orientierung am medizinischen Bedarf erlaube und umfangreiche und zeitintensive Betreuungen bestrafe. "Eine Pauschalierung ist leistungsfeindlich und fördert die Fließbandabfertigung von Patienten", heißt es.

Als Beispiel, wie gering diese Pauschalen zum Teil ausfallen, nennt das Netz die Quartalspauschale von Hamburger Dermatologen in Höhe von 18,86 Euro, mit der - mit Ausnahme einzelner aufwendiger Maßnahmen - sämtliche Arztbesuche abgegolten sind. Die Konsequenz beschreibt das Netz so: "Betriebswirtschaftlich ist bei weniger Honorar pro Patient und Quartal zwangsweise die Behandlung von mehr Patienten in kürzerer Zeit erforderlich, um die Kosten der Praxis zu erwirtschaften."

Außer organisatorischen Maßnahmen - das Netz hat einen Terminpool, um Überweisungen für Patienten einfacher zu gestalten - fordern die rund 170 ärztlichen Mitglieder auch politische Weichenstellungen. Der Netzvorsitzende Dr. Hans-Jürgen Juhl fordert von einer Reform, "dass sie zu einer einfacheren und gerechteren Vergütung führt."

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Krankenhausreform

Klinik-Atlas soll zum Gemeinsamen Bundesausschuss umziehen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Ein Mann im Krankenhaus beim Essen.

© fresnel6 / stock.adobe.com

Neue S3-Leitlinie

Ernährungs-Screening bei Menschen mit Krebs sollte Routine werden

Kooperation | In Kooperation mit: Deutscher Krebsgesellschaft und Stiftung Deutsche Krebshilfe