Sachsen-Anhalt

Hausärzte nehmen Landesregierung in die Pflicht

Der Hausärztemangel in Sachsen-Anhalt nimmt zu – der Hausärzteverband sieht dringend Handlungsbedarf.

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.MAGDEBURG. Um einen Kollaps in der hausärztlichen Versorgung zu verhindern, muss auch die Landesregierung aktiv werden, fordern Sachsen-Anhalts Hausärzte.

Die Sicherung der flächendeckenden hausärztlichen Versorgung in Sachsen-Anhalt wird immer schwieriger. Insbesondere in ländlichen Regionen verwaisen Praxen, weil sie nicht nachbesetzt werden können.

Auf der jüngsten Mitgliederversammlung haben die Mitglieder des Hausärzteverbandes Sachsen-Anhalt Handlungsbedarf angemahnt. Sie fordern die Landesregierung auf, sich stark zu machen für die Angleichung der Gesamtvergütung an die hohe Morbidität der Menschen. Sachsen-Anhalt ist bundesweit das Land mit dem höchsten Durchschnittsalter, entsprechend hoch ist auch die Zahl chronisch und/oder schwer erkrankter Patienten. Gleichsam fordern die Hausärzte des Landes eine Quote für angehende Allgemeinmediziner bereits bei der Zulassung zum Studium Humanmedizin. Dies ließe sich gut im Rahmen des Masterplans 2020 verwirklichen.

Direkt in Sachsen-Anhalt hingegen müssten die Aktivitäten auf eine handlungsfähige Allianz für Allgemeinmedizin gerichtet werden. Die Allianz war vor gut einem Jahr auf Initiative des Landesgesundheitsministeriums gegründet worden. Mitglieder sind neben Landesministerien, ärztlichen Selbstverwaltungen, Ärzteverbänden und den beiden Unikliniken des Landes auch gesetzliche Krankenkassen, der Städte- und Gemeindebund sowie der Landkreistag.

Dringlich sei vor allem der schnellstmögliche Aufbau von Kompetenzzentren für die Weiterbildung im Fach Allgemeinmedizin. Angestrebt werden einheitliche Organisationsstrukturen und damit eine deutliche Entlastung angehender Hausärzte, die – im Gegensatz zu ihren Kollegen in Krankenhäusern – bei der Wahl ihrer Weiterbildungsstellen oft noch auf sich allein gestellt sind. (zie)

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