Arzneimittelpolitik

Höhere Zuzahlung, sinkende Therapietreue?

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BREMEN (cben). Wie beeinflussen Medikamenten-Zuzahlungen die Therapietreue? Das Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG) will dieser Frage auf den Grund gehen und hat dazu eine entsprechende Studie gestartet.

Geprüft werden soll, ob Zuzahlungen bei Arzneimitteln die Gesundheitskosten durch sinkende Therapietreue nach oben treiben, sagte Bernard Braun vom Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen der "Ärzte Zeitung". "Für die USA zum Beispiel ist das schon bewiesen", so Braun, aber in Deutschland stünden klare Zahlen noch aus.

Da Studiendaten hierzulande fehlen, werden diese vom Bremer Institut für Arbeitsschutz und Gesundheitsförderung (BIAG) unter Einbeziehung der Kunden der Sanicare-Versandapotheke erhoben. Die Annahme, Eigenbeteiligung der Patienten gehe mit mehr Compliance einher, könnte ins Wanken geraten, vermuten der Wissenschaftler. Wenn Zuzahlungen ungünstige Krankheitsverläufe bei Patienten begünstigen, dann würde der Sinn von Zuzahlungen ins Gegenteil verkehrt.

Braun und seine Kollegen befragen für die Studie insgesamt 6000 Sanicare-Kunden. Die Teilnehmer werden zweimal befragt - einmal bei voller Zuzahlung und später noch einmal bei halber Zuzahlung. Die Teilnehmer erhalten vom BIAG die Hälfte der jeweils geleisteten Zuzahlung erstattet. Das Prozedere: Sanicare-Kunden erhalten in ihren Versandlieferungen Teilnahmeerklärungen. Wer sich registrieren lässt, erhält mit der nächsten Rezeptbestellung einen Bogen mit Fragen unter anderem nach Medikamenten.

www.sanicare.de

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