Direkt zum Inhaltsbereich

Hörsturz: Kassen müssen Kosten für Überdrucktherapie nicht übernehmen

Das Bundessozialgericht sieht eine Wirksamkeit der Überdrucktherapie bei Knalltrauma und Hörsturz nicht belegt.

Veröffentlicht:
Das BSG wies Klagen der Druckkammerzentren auf Übernahme der Kosten der Krankenkassen für HBO als unzulässig ab.

Das BSG wies Klagen der Druckkammerzentren auf Übernahme der Kosten der Krankenkassen für HBO als unzulässig ab.

© wolterfoto / imago

KASSEL (mwo). Die gesetzlichen Krankenkassen müssen die Überdrucktherapie zumindest bei Knalltrauma und Hörsturz nicht übernehmen.

Medizinische Studien können die Wirksamkeit nicht ausreichend belegen, urteilte das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel. Die klagenden Druckkammerzentren seien zudem gar nicht zur Klage befugt gewesen.

Therapie bei bis zu 2,5 Bar

Bundesweit bieten zahlreiche Druckkammerzentren die sogenannte hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) an.

Dabei wird in Stahlkammern ein Druck von zwei bis zweieinhalb Bar erzeugt, das entspricht dem Wasserdruck in einer Tiefe von zehn bis 15 Metern. Dies soll die Durchblutung verbessern.

Nach einem Beschluss des früheren Bundesausschusses der Ärzte und Krankenkassen vom 10. April 2000 müssen die gesetzlichen Kassen die HBO nicht bezahlen. Bezüglich zahlreicher Indikationen reichten fünf Druckkammerzentren dagegen Klage beim Sozialgericht Köln ein.

BSG: Klagen können nur Ärzte oder Patienten

Das BSG hatte nun zunächst über die Indikationen "akutes Knalltrauma" sowie "Hörsturz mit und ohne Tinnitus" zu entscheiden. Es wies die Klagen als unzulässig ab. Auf Kassenleistungen könnten Patienten oder gegebenenfalls auch Ärzte klagen, nicht aber die Druckkammerzentren.

In einer sogenannten Hilfserwägung bestätigten die Kasseler Richter die Entscheidung des Bundesausschusses aber auch inhaltlich. Zumindest bei Knalltrauma und Hörsturz reichten die Wirksamkeitsnachweise für die HBO nicht aus, um eine Leistungspflicht der Kassen zu rechtfertigen.

Az.: B 6 KA 16/11 R

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Digitales Gesundheitswesen

BKK-Studie: Warum Digitalisierung nicht immer nachhaltig ist

Kommentare
Sonderberichte zum Thema

Vom Warnsignal zur RNAi-Therapie

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Alnylam Germany GmbH, München
HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

© Rasi / stock.adobe.com

Chronische Herzinsuffizienz

HFpEF: Diagnostik, Therapie und Monitoring für die tägliche Praxis

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Bayer Vital GmbH, Leverkusen
Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

© APOGEPHA Arzneimittel GmbH | Generated by AI

Überaktive Blase

Interdisziplinäres Patienten-Management – ein Praxisleitfaden

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: APOGEPHA Arzneimittel GmbH, Dresden
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Akute Belastung versus chronische Schäden

Marathonläufer sollten ihren Nierenstatus kennen

Lesetipps
Koloskopie, Blick auf den Monitor

© Issara - stock.adobe.com

Anstoß zur Diskussion

Darmkrebs: Ist die koloskopische Überwachung falsch aufgestellt?

Ein Arzt zählt mit den Fingern bis Drei.

© Arnéll Koegelenberg/peopleimages.com/stock.adobe.com

Regionaler Multimorbiditäts-Vergleich

Wo es relativ viele Ü-50-Jährige mit drei oder mehr chronischen Erkrankungen gibt