Hoppe: Kultur im Gesundheitswesen verändert sich

BERLIN (ble). Wenige Wochen vor dem Start des Gesundheitsfonds hat der Präsident der Bundesärztekammer (BÄK), Professor Jörg-Dietrich Hoppe, ein düsteres Fazit der Gesundheitspolitik der Koalition gezogen.

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"Wir spüren jetzt, dass sich die Kultur im deutschen Gesundheitswesen mächtig verändert", sagte Hoppe als Gastgeber des Parlamentarischen Abends der Deutschen Ärzteschaft von BÄK und Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) in Berlin.

Die Patienten merkten jetzt, dass die Ärzteschaft heute nicht mehr das leisten dürfte und könnte, was früher möglich gewesen sei. Zudem entstünden auf regionaler Ebene Ethik-Kommissionen, die sich mit der Frage beschäftigten, wie man mit der Rationierung im Gesundheitswesen umgehen solle. Dazu gehörten etwa Überlegungen zu Altersgrenzen bei bestimmten Therapien oder Verfahren oder die Anwendung des so genannten QALY-Konzepts.

Auch KBV-Chef Dr. Andreas Köhler, Co-Gastgeber der Veranstaltung, übte harsche Kritik an der Bundesregierung. Allerdings tat er dies in seiner Rede an die Gäste zur Eröffnung des Buffets in Form einer kabarettistischen Einlage. Ziel seiner Attacken: die elektronische Gesundheitskarte, Selektivverträge und die nach Alter und Geschlecht gestaffelten Zuweisungen des Fonds an die Kassen.

So gälten für das Buffet also folgende Regeln, so Köhler: "Ich bitte Sie um Verständnis, dass Sie einen elektronischen Ausweis benötigen. Sie finden hier Kartenlesegeräte, sodass es etwas länger dauert und sie in eine Hypoglykämie kommen könnten. Kein Problem, es sind genügend Ärzte da. Leider gibt es auch nicht mehr die Flächendeckung bei diesem Buffet. Sie müssen sich für Teile des Buffets einschreiben und können dann auch nur diese Teile nutzen." Zudem richte sich die Essenszuteilung nach Alter und Geschlecht. Das sei nun einmal so in Zeiten ständiger Reformen, so Köhler in seiner (noch) nicht ganz ernst gemeinten Parodie.

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