Gesundheitspolitik international

Immer mehr Unterversicherte in den USA

WASHINGTON (cp). Die 47 Millionen Nicht-Versicherten sind nicht die einzigen Unterprivilegierten des US-amerikanischen Gesundheitssystems. Inzwischen gibt es mehr als 25 Millionen Unterversicherte, die ähnliche Probleme haben wie ihre nicht-versicherten Landsleute.

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Laut einer aktuellen Commonwealth Fund-Studie gilt als unterversichert, wer trotz Krankenversicherung entweder wenigstens zehn Prozent (bei Menschen unterhalb der Armutsgrenze von rund 20 000 Dollar Jahreseinkommen fünf Prozent) seines Einkommens "Out of Pocket" - in Form von Selbstbeteiligungsbeiträgen und Zuzahlungen - für seine Gesundheitsversorgung ausgibt. Als unterversichert gelten auch Menschen, deren Versicherung erst einspringt, wenn wenigstens fünf Prozent des Familieneinkommens verschlungen sind ("Deductibles").

Rechnung nicht bezahlt? Dann kommen Schuldeneintreiber.

Laut Commonwealth Fund hatten die USA im vergangenen Jahr 25,2 Millionen Unterversicherte - volle 60 Prozent mehr als im Jahr 2003, als nur 16 Millionen Menschen in diese Kategorie fielen. Mehr als zwei von fünf US-Erwachsenen - 42 Prozent - im Alter von 18 bis 64 Jahren sind damit entweder nicht- oder unterversichert.

Die Nicht- und Unterversicherten zusammenzufassen macht Sinn, weil sie laut Studie mit ähnlichen Problemen kämpfen: Über die Hälfte (53 Prozent) der Unterversicherten und 68 Prozent der Nichtversicherten erhielten bei Gesundheitsproblemen keine adäquate Versorgung. Sie gingen bei Krankheit entweder nicht zum Arzt oder konnten sich Medikamente oder empfohlene Behandlungsmaßnahmen nicht leisten. Fast die Hälfte (45 Prozent) der Unterversicherten und 51 Prozent der Nichtversicherten hatten Schwierigkeiten, medizinische Rechnungen zu begleichen.

Sie wurden von Schuldeneintreibern kontaktiert und mussten ihren Lebensstandard ändern, um die Schulden zu bezahlen. "Man kann heutzutage krankenversichert sein und trotzdem bankrott gehen, wenn die Gesundheit versagt", so Commonwealth Fund-Senior-Vizepräsidentin Cathy Schoen. Dieser Umstand gefährde nicht nur den Einzelnen und Familien, sondern auch die nationale Gesundheit und Ökonomie. Präsidentin Karen Davis forderte neue Strategien. "Die wachsenden Kosten zu Lasten der Patienten umzuschichten ist nicht die Lösung, die wir brauchen."

Weitere Details zur Studie: www.healthaffairs.org, unter "Web Exclusives".

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Versorgungselend made in USA

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