Berufspolitik

Immer weniger sächsische Ärzte wollen eigene Praxis

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DRESDEN (tt). Immer mehr sächsische Ärzte ziehen eine Festanstellung der Gründung einer eigenen Praxis vor. Das geht aus Zahlen hervor, die die Landesärztekammer jetzt veröffentlicht hat. Demnach arbeiten derzeit 21 000 Ärzte in Sachsen und damit 600 mehr als im Vorjahr und 2300 mehr als 2005. Hingegen gibt es im ambulanten Bereich aktuell knapp 80 Ärzte weniger mit eigener Praxis als noch im Vorjahr, im Vergleich zu 2005 sind es sogar 220 weniger.

Die Kammer erklärte außerdem, dass immer mehr Ärzte sich im ambulanten Bereich anstellen lassen, derzeit sind es fast 770. "Diese Zahl steigt seit Jahren an und zeigt, dass immer weniger Ärzte bereit sind, eine eigene Praxis zu übernehmen", so Kammer-Sprecher Knut Köhler. In Sachsen gebe es außerdem einen "Trend des stärkeren Anstiegs der Anzahl von Ärztinnen", der Anteil liegt jetzt bei 52 Prozent.

"Arbeitgeber müssen deswegen reagieren und familienfreundliche Arbeitsbedingungen vorhalten", so Kammerpräsident Professor Jan Schulze. Besonders in den Kliniken gebe es immer mehr Ärztinnen. "Dieser Trend hat allerdings keinen Einfluss auf das gleichbleibende Ungleichgewicht bei den leitenden Funktionen", erklärte die Kammer.

523 leitenden Ärzten stehen 87 Ärztinnen gegenüber, kaum ein Unterschied zu 2005. Dass die Ärztezahl in Sachsen steige, spreche nicht gegen einen Ärztemangel, so Schulze.

"Durch den demografischen Wandel in Sachsen nimmt der Bedarf an medizinischen Leistungen und damit an Ärzten weiter zu." Mit der Einführung des demografischen Faktors in der Bedarfsplanung für den ambulanten Bereich ab März werde sich der Bedarf sogar weiter erhöhen.

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