Bundeswehr

Inspekteur des Sanitätsdienstes fordert Eigenherstellung von Medizin

In Zeiten des Kalten Krieges hat die Bundeswehr einige Medikamente selbst hergestellt. Jetzt zeige sich, dass es dafür gute Gründe gegeben habe, so der ranghöchste Arzt der Streitkräfte.

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Koblenz. Der oberste Arzt der Bundeswehr fordert eine Rückkehr zur Eigenproduktion von Medikamenten bei den Streitkräften. „Nach dem Kalten Krieg wurde aus betriebswirtschaftlichen Gründen darauf weitgehend verzichtet“, sagte der Inspekteur des Sanitätsdienstes, Ulrich Baumgärtner, der Deutschen Presse-Agentur in Koblenz.

„Man ging davon aus, eine ständige Marktverfügbarkeit der notwendigen Produkte zu haben und günstiger auf dem zivilen Weltmarkt einkaufen zu können.“ In Zeiten der Corona-Pandemie zeige sich aber schmerzlich der Mangel bestimmter Arzneien. „In der Krise stehen wir bei ihrer Beschaffung in Konkurrenz mit der ganzen Welt“, erklärte der 59 Jahre alte Generaloberstabsarzt.

Bundeswehr muss besser für Krisen gewappnet sein

„Wir müssen für die dringend notwendige Versorgung unserer Soldaten umdenken und auch bestimmte Basismedikamente wieder selbst herstellen“, forderte er. Bestimmte Arzneimittel und auch Schutzausrüstungen für Pandemien müsse die Bundeswehr wieder in größerem Stil einlagern können, um besser für Krisen gewappnet zu sein.

„Ziel muss daher der Aufbau einer robusten Fähigkeit zur Herstellung von Arzneimitteln durch eigene Herstellungsstätten sein“, sagte Baumgärtner. „Diesen dringend nötigen Dreiklang haben wir in der Corona-Krise identifiziert.“ Das Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr hat seinen Sitz in Koblenz.

Mangel an strategischen Reserven

Erst kürzlich hatte die Bundeswehr-Denkfabrik GIDS infolge von Corona die Erwartung weitreichender Konsequenzen für die Sicherheitspolitik und einen Wiederaufbau strategischer Reserven formuliert.

Ungeachtet günstiger wirtschaftlicher und politischer Rahmenbedingungen in Deutschland decke die Krise immer deutlicher „das Fehlen substanzieller, eigentlich gesetzlich vorgeschriebener Ressourcen auf der Ebene der Kommunen und der Länder sowie den Mangel an strategischen Reserven bei Personal, Material und Infrastruktur beim Bund auf“. (dpa)

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