Innovationsfonds

Insulintherapie online besser begleiten

Eine virtuelle Diabetesambulanz will betroffenen Familien zusätzliche Beratungsmöglichkeiten anbieten.

Veröffentlicht: 21.03.2017, 13:30 Uhr

KIEL. An Diabetes erkrankte Kinder und Jugendliche sowie Spezialambulanzen sollen durch eine virtuelle Diabetesambulanz entlastet werden. Ein Arzt-Patienten-Videoportal soll die Quartalsbesuche beim Arzt begleiten.

Hintergrund ist die zunehmende Technisierung der Insulintherapie mit Systemen zur kontinuierlichen Glukosemessung. Diese erfordern häufigen Kontakt zum behandelnden Arzt – die Terminfindung ist dabei oft ein Problem und die Wahrnehmung für die Familien eine Herausforderung. Hier setzt das geplante Online-Portal an: Die Familien könnten die Insulin- und Therapiedaten mit den Kinderdiabetologen des UKSH via Online-Portal besprechen und Veränderungen vornehmen.

Kinder aus allen Diabetesambulanzen in Schleswig-Holstein sollen teilnehmen können, wenn sie Daten zur Therapieanpassung elektronisch übermitteln. Der Einfluss der neuen Versorgungsform auf die Stoffwechsellage der Kinder, auf ihre Lebensqualität und auf die Zufriedenheit der Eltern sollen dabei evaluiert werden.

Dr. Simone von Sengbusch von der UKSH-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin wirbt für die neue Versorgungsform, weil sie Betroffenen viele Wege erspart: "Die Eltern müssen mit ihren Kindern für eine Datenbesprechung nicht in die Ambulanz kommen, das geht auch abends und vom Sofa aus."

Den Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) haben das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, sein Konsortialpartner AOK Nordwest und das Landesgesundheitsministerium als Schirmherr schon überzeugt – das Projekt wird mit insgesamt 1,7 Millionen Euro über drei Jahre aus dem Innovationsfonds gefördert. Derzeit laufen hinter den Kulissen die Bemühungen, weitere Krankenkassen für einen Selektivvertrag nach Paragraf 140a SGB V ins Boot zu holen. Die Resonanz darauf war nach Angaben von AOK-Sprecher Jens Kuschel positiv. Im Sommer soll das Projekt der Öffentlichkeit vorgestellt und Betroffenen die Möglichkeit zur Einschreibung gegeben werden.

Auch Landesgesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) hält das Projekt für "richtungsweisend", ihr Ministerium wirbt derzeit unter Krankenkassen für eine breite Beteiligung.(di)

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