Gesundheitsminister

"Jamaika" erhält Post von den Ländern

Länder-Gesundheitsminister bringen gesundheitspolitische Forderungen in die Jamaika-Gespräche ein.

Anno FrickeVon Anno Fricke Veröffentlicht:

BERLIN. Die Gesundheitsminister der unionsgeführten Bundesländer haben Positionen für die Sondierungs- und Koalitionsgespräche von Union, FDP und Grünen erarbeitet.

In einem von Hessens Sozialminister Stefan Grüttner (CDU) unterzeichneten Schreiben an Bundeskanzlerin Angela Merkel und CDU-Generalsekretär Peter Tauber finden sich elf gesundheitspolitische Schwerpunkte, die "aus unserer Sicht wichtig für die anstehenden Sondierungsgespräche / Koalitionsgespräche sind".

Die bayrische Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) betone, dass damit keine Inhalte der Sondierungs- und Koalitionsgespräche vorweggenommen werden sollen, heißt es weiter im Schreiben, das der "Ärzte Zeitung" vorliegt.

Ganz oben auf der Wunschliste stehen Investitionen in die Digitalisierung der stationären Versorgung. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft hatte Ende Oktober einen Cyberaufschlag auf die Betriebskosten der Häuser von 2,5 Milliarden Euro im Jahr gefordert.

Zudem nennen die Minister einen über die bisher monatlich 97 Euro hinausgehenden Bundeszuschuss für Bezieher von Arbeitslosengeld II, eine stärkere Ausrichtung auf sektorenübergreifende Versorgung, insbesondere bei der Notfallversorgung und die Stärkung der Krankenpflege durch bessere Arbeitsbedingungen und höhere Löhne. Zudem solle die Medizinerausbildung, vor allem in Hinblick auf den Masterplan 2020, zügig aufgewertet werden.

Mehrheitlich haben sich die Minister für eine Reform des Finanzausgleichs der Kassen untereinander ausgesprochen. Gegen eine Regionalkomponente sind aber die Ministerpräsidenten in Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen. Eine Einbeziehung systemfremder regionaler Komponenten in den Risikostrukturausgleich würde die Kassenbeiträge im Osten steigen lassen, warnen Manuela Schwesig (SPD) und Bodo Ramelow (Linke).

Eine schwache Mehrheit der Länderminister plädiert für die Herauslösung der Medizinischen Dienste aus den Organisationsstrukturen der Kassen. So sollen die Dienste vor Interessenskonflikten bewahrt werden. Sachsen lehnt diesen Punkt ab.

Schlagworte:
Mehr zum Thema
Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Es gibt tierexperimentelle Studien, wonach Mikroplastik entzündungsverstärkend wirkt, wenn durch ein zusätzliches Agens die Tight junctions zwischen Darmzellen zerstört sind. Wenn also zu einer hohen Mikroplastik-Konzentration zusätzlich pathogene Faktoren hinzukommen, könnte dies entzündungsfördernd wirken, etwa bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn und Colitis ulcerosa.

© Rochu_2008 / stock.adobe.com

Forschung

Beeinflusst Mikroplastik chronische Erkrankungen?

Charlotte Kleen

© Babett Ehrt/ Lichtbildwerkstatt

Porträt

Wie Charlotte Kleen Medizin in ihrer ganzen Breite kennenlernt

Mädchen geht chemischen Experimenten in einem Klassenzimmer nach, die Haare stehen ihr zu Berge.

© Andrey Kiselev / stock.adobe.com

Inkretinmimetika

GLP-1: Wie aus dem kleinen Hormon ein Rockstar wird