Gesundheitspolitik international

Jeder zweite Ire versichert sich privat

DUBLIN (ast). In Irland versichern sich immer mehr Patienten privat gegen die wirtschaftlichen Folgen von Krankheit, weil der staatliche irische Gesundheitsdienst immer schlechter funktioniert und die Wartezeiten auf Operationen und fachärztliche Behandlungen länger werden. Heute haben bereits 50 Prozent aller irischen Patienten privaten Krankenversicherungsschutz.

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Der Aufstieg privater Assekuranzen geht Hand in Hand mit den wachsenden Problemen der staatlichen Einheitsversicherung VHI (Voluntary Health Insurance). Die VHI wird im laufenden Haushaltsjahr vermutlich rund 40 Millionen Euro Defizit erwirtschaften.

Die Situation der Einheitsversicherung wird durch die Tatsache kompliziert, dass der irische Gesetzgeber darauf pocht, die VHI-Rücklagen auf "mindestens 40 Prozent" der jährlich anfallenden Schadensersatzforderungen aufzustocken.

Irische Gesundheitspolitiker bemühen sich seit Jahren um eine Reform des irischen Krankenversicherungssystems - bislang mit wenig Erfolg. Gesundheitsministerin Mary Harney gerät in jüngster Zeit zusehends unter Druck, neue Finanzierungsmodelle für die VHI zu finden. Ärztliche Berufsverbände weisen darauf hin, dass die Einheitsversicherung zusehends zu einer "Restversorgung" der sozial schwachen und multimorbiden Patienten avanciere, für die es keinen bezahlbaren privaten Krankenversicherungsschutz gebe.

Irische Patientenverbände wollen die Gesundheitspolitiker stärker in die Pflicht nehmen. "Die Tatsache, dass in Irland rund 50 Prozent aller Patienten heute privat versichert sind, zeigt, dass das staatliche System nicht länger funktioniert", so eine Sprecherin der "Patients Association".

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