Direkt zum Inhaltsbereich

KBV lehnt Bayerns Initiative zur Honorarreform ab

BERLIN/MÜNCHEN (hom/sto). Nach der Ankündigung von Bayerns Gesundheitsminister Markus Söder (CSU), die Honorarreform via Bundesratsinitiative wieder kippen zu wollen, schlagen die Wellen hoch.

Veröffentlicht:

"Das ist keine Lösung. Wer die Honorarreform stoppen will, der muss eine Alternative anbieten", sagte der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Dr. Carl-Heinz Müller, der "Ärzte Zeitung". Die Ärzte bekämen ihre Leistungen mit der jetzigen Reform "in festem Cent und Euro" vergütet. "Das wieder aufzugeben, ist weder der Ärzteschaft noch der Bevölkerung beizubringen."

Angesichts massiver Proteste der Fachärzte im ganzen Land hatte Bayerns Gesundheitsminister Söder am Dienstag eine Initiative im Bundesrat angekündigt, um die Honorarreform zu Fall zu bringen (wir berichteten).

Brandenburgs Gesundheitsministerin Dagmar Ziegler (SPD) sagte, mit ihr werde es ein Zurück zur früheren Verteilung der Arzthonorare nicht geben. Die alte Regelung habe insbesondere die ostdeutschen Bundesländer "massiv beeinträchtigt". Die CSU erinnerte sie daran, dass die Honorarreform Teil der Gesundheitsreform sei. "Dass die CSU jetzt über eine Bundesratsinitiative versucht, ein im Konsens erarbeitetes Reformwerk hinterrücks wieder auszuhebeln, ist unredlich", so die SPD-Politikerin.

Vertreter der Gemeinschaft Fachärztlicher Berufsverbände Bayern (GFB) erklärten, wenn die Honorarreform gestoppt werde, dürfe es keine Rückkehr zu floatenden Punktwerten geben. Eine Wiederbelebung der alten Honorarordnung anstelle der geltenden Systematik nach Regelleistungsvolumina werde von den Fachärzten abgelehnt, sagte der Vorsitzende der GFB Bayern, Dr. Thomas Scharmann. Ziel müsse ein festes, betriebswirtschaftlich kalkuliertes Honorar in Euro und Cent sein.

In einem "Starnberger Manifest" forderten unterdessen Haus- und Fachärzte des Gesundheitsnetzes Starnberg-Wolfratshausen und des Praxisnetzes Ammersee, die höhere Gesamthonorarsumme müsse bei allen Fachgruppen ankommen. Eine "Almosenklausel" in Form einer Verlustbegrenzung auf fünf Prozent sei nicht akzeptabel. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) wies Forderungen der Ärzte nach mehr Geld zurück. Deutschland stecke in der tiefsten Rezession, erklärte Ralf Langejürgen, Leiter des vdek Bayern. Der Ruf nach mehr Geld wirke da "realitätsfremd".

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Der einsame Löwe aus Bayern brüllt

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

GOÄneu und die Mikrobiologie

DGHM-Chef Aepfelbacher: „Die Rasenmäher-Methode bei der GOÄneu ärgert uns“

Kooperation | In Kooperation mit: Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) e.V.

Interview

ALM-Chef Michael Müller: „Es gibt keinen innerärztlichen Konsens zur GOÄneu“

Kooperation | In Kooperation mit: Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM) e.V.
Das könnte Sie auch interessieren
An der Frankfurt School of Finance & Management im Norden der Mainmetropole wird auch in diesem Jahr der Tag der Privatmedizin 2026 ausgerichtet. Die Veranstaltung ist für den 21. November angesetzt. (Archivbild)

© Frankfurt School of Finance & Management

Update

Praxiswissen und Innovation

Privatmedizin: Anregungen für die Praxis in Frankfurt am 21. November

Logo Medibiom

© Medibiom

MEDICE

MEDIBIOM – Darmgesundheit neu gedacht!

Kooperation | In Kooperation mit: Tag der Privatmedizin
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Abb. 1: Bei erfolgreich therapierter Sialorrhö ist Teilhabe wieder leichter möglich

© Olesia Bilkei / stock.adobe.com [Symbolbild]

Glycopyrroniumbromid bei schwerer Sialorrhö†

Wirtschaftliche Verordnung durch bundesweite Praxisbesonderheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Proveca GmbH, Düsseldorf
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Sie fragen – Experten antworten

Wann zählt die FSME-Impfung bei der Vorhaltepauschale mit?

Lesetipps
Bei der Springer Medizin Gala wurden die Preisträger des Galenus-von-Pergamon-Preises und des Charity Awards gekürt.

© Marc-Steffen Unger

Preisträger gekürt

Das sind die Gewinner des Galenus-von-Pergamon-Preises 2026

Ehrenamtliches Engagement beeindrucke sie nicht nur, „es berührt mich“, erklärte die einstige Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt.

© David Vogt

Springer Medizin Gala

Preisträger des Springer Medizin Charity Awards feierlich gekürt