Berufspolitik

KBV will Ärzte als Präventionslotsen stärken

BERLIN (sun). Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will Ärzte als Präventionslotsen stärken. Dafür hat die KBV jetzt ein Konzept zum Präventionsmanagement vorgelegt.

Veröffentlicht:

Auf diese Weise sollen unter anderem Risikopatienten schneller identifiziert werden und die richtigen Programme bekommen, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler in Berlin.

Arzt und Patienten sollten regelmäßig auswerten, ob die vereinbarten Ziele erreichten worden sein.

Das Präventionsmanagement sei wichtig, da chronische Krankheiten wie Diabetes immer weiter zunähmen. Zwei Drittel der Arztkontakte entfielen auf chronisch Kranke.

Mehr zum Thema

Bundestagswahl 2021

CSU will Treiber der E-Patientenakte sein

Das könnte Sie auch interessieren
Mit GLP-1-RA Trulicity einfach mehr erreichena

© Lilly Deutschland GmbH

Therapieoptionen / GLP-1-RA

Mit GLP-1-RA Trulicity® einfach mehr erreichena

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Herz ist Trumpf auf der DDG-Frühjahrstagung – Aktuelle Leitlinien bei Typ-2-Diabetes

© Lilly Deutschland GmbH

Therapieoptionen / GLP-1-RA

Herz ist Trumpf auf der DDG-Frühjahrstagung – Aktuelle Leitlinien bei Typ-2-Diabetes

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Fakten, Schulungsmaterialien und Fortbildungsmöglichkeiten

© Lilly Deutschland GmbH

Neues Diabetes Infocenter

Fakten, Schulungsmaterialien und Fortbildungsmöglichkeiten

Anzeige | Lilly Deutschland GmbH
Kommentare
Veröffentlichte Meinungsäußerungen entsprechen nicht zwangsläufig der Meinung und Haltung der Ärzte Zeitung.
Dr. Thomas Georg Schätzler

Hauseigene Prävention?

Vielleicht sollte die KBV speziell bei der Prävention einen hauseigenen Lotsen beanspruchen?

Jahrzehntelang wurden Krebsvorsorgedokumentationen als Muster 40a für Männer ausgefüllt und mangels intelligenter Erhebungsmethodik nie evaluiert. Der Check-Up-35 als "Gesundheitsuntersuchung" wurde so beschnitten, dass nicht mal Kreatinin die Nierenfunktion, geschweige denn ein EKG die Herzfunktion beschreiben könnten. Von essentiellem Screening mit Blutbild, GGT und TSH ganz zu schweigen. Der Punktwert der EBM-Ziffer 01732 (vormals 160) wurde von der KBV abgewertet. Berichtsvordrucke Muster 30 kamen lange als Original zur KV-Abrechnung: Auswertung? - Fehlanzeige.

Adipositasberatung, Arthrose- und Sturzprotektion, primäre Osteoporosedetektion, Prävention von Nikotinabusus, Alkohol- und anderen Abhängigkeitserkrankungen, Suizidprävention, Vermeidung von Stress- und Burn-Out-Krankheitsfolgen? Hohle Worte seitens der KBV und der GKV-Kassen, aber keine Adhärenz im vertragsärztlichen Alltag.

Wer sich fragt, warum Krebsvorsorge beim Mann kaum Akzeptanz findet, wird vergleichend fündig: Bei Frauen ab 20, 30 und ab 50 Jahren mehr und mehr Früherkennungsumfang. Beim Mann dagegen ab 45 Jahren Genital- Prostata- und Hautuntersuchungen; Darmuntersuchungen(?) aber erst ab 50. Von 50 bis 55 Jahren 1 x jährlich Hämoccult. Männer ab 55 Jahren, die k e i n e Präventivkoloskopie machen lassen, sollen danach nur alle 2 Jahre einen Hämocculttest bekommen, obwohl die Darmkrebsprävalenz und -inzidenz ansteigen. Mit 55 die erste Präventivkoloskopie und mit 65 Jahren die zweite senken Morbidität und Mortalität signifikant. Ein jährlicher Hämoccult sollte für Präventivmuffel das Mindeste sein.

Genau dieses KBV-Chaos fördert Frustration, Demotivation und Entmutigung in der Prävention, bei Vertragsärzten wie Patienten gleichermaßen. Frauenärzte/-innen verstehen sich seit Jahren auch ohne KBV als "Präventionslotsen".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund


Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

Nachmittags: das schnelle Telegramm. Am Morgen: Ihr individuell zusammengestellter Themenmix.

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Mobiles Impfteam im Einsatz in einem Alten- und Pflegeheim in Baden-Württemberg (Archivbild). Das RKI geht davon aus, dass im Herbst Boosterimpfungen in Altenheimen notwendig sein werden.

© Sebastian Gollnow / picture alliance

SARS-CoV-2

RKI warnt vor erneut schweren Corona-Ausbrüchen in Altenheimen

Bei hohem Infektionsgeschehen trotz Testkonzepten würden Ungeimpfte im Herbst ihre Kontakte reduzieren müssen, so Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU). (Archivbild)

© Frederic Kern / Geisler-Fotopress / picture alliance

Corona-Pandemie

Mehr Freiheiten für Geimpfte im Herbst?

Markus Söder (CSU), Ministerpräsident von Bayern und CSU-Vorsitzender, hält nach der Klausur des CSU-Vorstands während einer Pressekonferenz das Wahlprogramm der Partei in den Händen. In Sachen Gesundheit setzt die CSU auf mehr Digitalisierung.

© Sven Hoppe / picture alliance

Bundestagswahl 2021

CSU will Treiber der E-Patientenakte sein