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KBV will Ärzte als Präventionslotsen stärken

BERLIN (sun). Die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) will Ärzte als Präventionslotsen stärken. Dafür hat die KBV jetzt ein Konzept zum Präventionsmanagement vorgelegt.

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Auf diese Weise sollen unter anderem Risikopatienten schneller identifiziert werden und die richtigen Programme bekommen, sagte KBV-Chef Dr. Andreas Köhler in Berlin.

Arzt und Patienten sollten regelmäßig auswerten, ob die vereinbarten Ziele erreichten worden sein.

Das Präventionsmanagement sei wichtig, da chronische Krankheiten wie Diabetes immer weiter zunähmen. Zwei Drittel der Arztkontakte entfielen auf chronisch Kranke.

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Kommentare
Dr. Thomas Georg Schätzler 03.05.201222:01 Uhr

Hauseigene Prävention?

Vielleicht sollte die KBV speziell bei der Prävention einen hauseigenen Lotsen beanspruchen?

Jahrzehntelang wurden Krebsvorsorgedokumentationen als Muster 40a für Männer ausgefüllt und mangels intelligenter Erhebungsmethodik nie evaluiert. Der Check-Up-35 als "Gesundheitsuntersuchung" wurde so beschnitten, dass nicht mal Kreatinin die Nierenfunktion, geschweige denn ein EKG die Herzfunktion beschreiben könnten. Von essentiellem Screening mit Blutbild, GGT und TSH ganz zu schweigen. Der Punktwert der EBM-Ziffer 01732 (vormals 160) wurde von der KBV abgewertet. Berichtsvordrucke Muster 30 kamen lange als Original zur KV-Abrechnung: Auswertung? - Fehlanzeige.

Adipositasberatung, Arthrose- und Sturzprotektion, primäre Osteoporosedetektion, Prävention von Nikotinabusus, Alkohol- und anderen Abhängigkeitserkrankungen, Suizidprävention, Vermeidung von Stress- und Burn-Out-Krankheitsfolgen? Hohle Worte seitens der KBV und der GKV-Kassen, aber keine Adhärenz im vertragsärztlichen Alltag.

Wer sich fragt, warum Krebsvorsorge beim Mann kaum Akzeptanz findet, wird vergleichend fündig: Bei Frauen ab 20, 30 und ab 50 Jahren mehr und mehr Früherkennungsumfang. Beim Mann dagegen ab 45 Jahren Genital- Prostata- und Hautuntersuchungen; Darmuntersuchungen(?) aber erst ab 50. Von 50 bis 55 Jahren 1 x jährlich Hämoccult. Männer ab 55 Jahren, die k e i n e Präventivkoloskopie machen lassen, sollen danach nur alle 2 Jahre einen Hämocculttest bekommen, obwohl die Darmkrebsprävalenz und -inzidenz ansteigen. Mit 55 die erste Präventivkoloskopie und mit 65 Jahren die zweite senken Morbidität und Mortalität signifikant. Ein jährlicher Hämoccult sollte für Präventivmuffel das Mindeste sein.

Genau dieses KBV-Chaos fördert Frustration, Demotivation und Entmutigung in der Prävention, bei Vertragsärzten wie Patienten gleichermaßen. Frauenärzte/-innen verstehen sich seit Jahren auch ohne KBV als "Präventionslotsen".

Mf+kG, Dr. med. Thomas G. Schätzler, FAfAM Dortmund

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