Berufspolitik

KV Bayerns will bei den Hausärzten kräftig ausmisten

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In Bayern sind viele Hausärzte keine Hausärzte. Daher müsste die Zahl um ein Fünftel reduziert werden, fordert der Vorsitzende der KV Bayerns.

MÜNCHEN (sto). Eine stärkere Regionalisierung der Bedarfsplanung hat der Vorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Bayerns (KVB) Dr. Wolfgang Krombholz gefordert.

Eine Planung, die sich nur an Stadt- oder Landkreisgrenzen orientiert, werde dem tatsächlichen Behandlungsbedarf vor Ort nicht gerecht, sagte Krombholz beim 10. Europäischen Gesundheitskongress in München.

Viel wichtiger als die formale Betrachtung, unter welcher Bezeichnung ein Arzt niedergelassen ist, sei das konkrete Leistungsangebot der Praxen vor Ort, erklärte Krombholz. Dies habe eine Analyse der KVB deutlich gemacht.

1604 Hausärzte seien "hausärtzlich untypisch" tätig

Demnach müsse die Zahl der tatsächlich an der hausärztlichen Versorgung in Bayern teilnehmenden Ärzte um etwa 20 Prozent reduziert werden, weil viele Praxen in der Statistik formal zwar als Hausarztpraxis geführt werden, aufgrund ihrer Praxisstruktur aber nicht an der hausärztlichen Versorgung teilnehmen, erläuterte Krombholz.

Angesichts dieser Ergebnisse müsse die hausärztliche Versorgung in Bayern neu bewertet werden. Von den rund 9100 Hausärzten seien 1604 "hausärztlich untypisch" tätig.

In einigen Stadtteilen in München herrsche Hausarztmangel

"Entscheidend ist die Versorgungsrealität und nicht die formale Rasterung", erklärte Krombholz. So gesehen gebe es sogar in München einige Stadtteile mit zu wenig Hausärzten.

Das Versorgungsstrukturgesetz biete zwar einige Ansätze für eine kleinräumigere Bedarfsplanung. Ob es mit dem neuen Gesetz jedoch gelingen werde, mehr Ärzte aufs Land zu schaffen, sei zweifelhaft, so Krombholz.

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