Berufspolitik

KV? Nein danke, sagt jeder dritte niedergelassene Arzt

BERLIN (af). Nur noch jeder fünfte Arzt steht voll hinter dem KV-System. Mehr als ein Drittel der Ärzte hält die Selbstverwaltungsorgane sogar für vollkommen überflüssig.

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Zu diesem Ergebnis kommt die Brendan-Schmittmann-Stiftung des NAV-Virchowbundes in ihrer Studie "Die Entwicklung ausgewählter Aspekte vertragsärztlicher Tätigkeit der letzten 15 Jahre". Befragt hat die Stiftung 6000 Vertragsärzte, ein gutes Drittel davon Allgemeinmediziner.

Der Vergleich mit den Ergebnissen früherer Umfragen zeigt, dass die Akzeptanz der Selbstverwaltungsorgane abnimmt. 2004 hielten noch 30 Prozent der niedergelassenen Ärzte die Kassenärztlichen Vereinigungen für "unverzichtbar".

Sechs Jahre später waren nur noch 20 Prozent dieser Meinung. Die Frage, ob der Sicherstellungsauftrag bei den KVen bleiben soll, beantworteten 35 Prozent der befragten Ärzte mit "überhaupt nicht".

Was die möglichen Alternativen angeht, sind die Ärzte unvorbereitet. Rund 55 Prozent der Befragten beurteilen ihren Kenntnisstand zu den Themen Vertragswettbewerb und Verträge mit Krankenkassen als "mangelhaft". Mehr als drei Viertel schätzen zudem die Erfolgsaussichten von Ärztegenossenschaften und Medi "verhalten" bis "schlecht" ein.

Ihre wirtschaftliche Situation beurteilen unterdessen deutlich mehr Ärzte positiv als noch im Jahr 2002. Damals gingen 58 Prozent der Ärzte von einer düsteren Zukunft für die Zunft aus. Inzwischen glauben nurmehr 38 Prozent, dass viele Vertragsärzte "in nächster Zeit gravierende wirtschaftliche Probleme" bekommen werden.

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