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Berliner Kliniken

KV-Notdienst am Pranger

Die Berliner Krankenhausgesellschaft sieht ihre Häuser als Lückenbüßer für den KV-Bereitschaftsdienst und weist Vorwürfe zurück, die Kliniken füllten ihre Betten.

Veröffentlicht:

BERLIN. Das "Gutachten zur ambulanten Notfallversorgung im Krankenhaus", das die Deutsche Krankenhausgesellschaft jüngst veröffentlichte, hat hohe Wellen geschlagen.

Reihenweise wehrten sich die KVen gegen den Vorwurf, die ambulante Notfallversorgung werde nicht mehr durch die KVen sichergestellt. Nun schaltet sich auch die Berliner Krankenhausgesellschaft (BKG) in die Debatte ein.

Ihr Tenor: Die Aussagen im Gutachten treffen zu. Die sehr hohe Zahl der ambulant von den Krankenhäusern behandelten Notfälle sowie der weitere Rückzug der Vertragsärzte aus der ambulanten Notfallversorgung machten deutlich, dass im Wesentlichen die Berliner Kliniken die ambulante Notfallversorgung wahrnehmen, vor allem während der sprechstundenfreien Zeiten, sagte BKG-Geschäftsführer Uwe Slama.

Dafür fordern die Krankenhäuser eine adäquate Vergütung. Der durchschnittliche Erlös pro ambulantem Notfall liege bei rund 28 bis 32 Euro, die Kosten dagegen betragen über 120 Euro.

"Für die Krankenhäuser im Land Berlin ergeben sich nicht gedeckte Kosten von über 72 Millionen Euro pro Jahr", so Slama. Aussagen der KV Berlin, das 58 Prozent der ambulanten Patienten an Vertragsärzte verwiesen werden könnten, entsprechen laut Slama nicht dem Alltag in den Rettungsstellen und dem medizinischen Selbstverständnis der Krankenhäuser.

800.000 ambulante Behandlungen

In den Notaufnahmen der Kliniken würden rund 800.000 ambulante Behandlungen (ohne stationäre Weiterbehandlungen) vorgenommen. Dem stünden aber nur rund 160.000 ambulante Behandlungen durch den Ärztlichen Bereitschaftsdienst und die Erste-Hilfe-Stellen der KV gegenüber.

Der Anteil der ambulanten Notfallbehandlungen in den Krankenhäusern liege mit über 80 Prozent in Berlin deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Grund dafür sei, dass die KV in der Vergangenheit ambulante Notfallpraxen aus ökonomischen Gründen geschlossen habe.

Verärgert ist Slama über die Aussage der KV Berlin, 97 Prozent der stationären Aufnahmen erfolgten über die Notaufnahmen und ermächtigte Ärzten, um die Betten zu füllen. Das sei "schlichtweg falsch und absurd". In Berlin kommen nach Angaben des BKG-Chefs 30 Prozent der Patienten aus der Notaufnahme.

Anlässlich der Diskussion fordert die BKG nicht nur die adäquate Finanzierung der mit der Behandlung von ambulanten Notfallpatienten verbundenen Strukturen. Auch sei es nötig, Notfallpraxen an Kliniken anzusiedeln, außerdem sollten niedergelassene Ärzte die Notfallstellen der Krankenhäuser unterstützen. Die KV sei zudem gefordert, für eine bessere ambulante Notfallversorgung durch die Vertragsärzte und den Ärztlichen Bereitschaftsdienst ,insbesondere außerhalb der Sprechstundenzeiten, zu sorgen. (juk)

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