Westfalen-Lippe

KV und AOK im Clinch

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Die KV Westfalen-Lippe weigert sich, weiter mit der AOK NordWest über Honorare zu verhandeln. Ein neuer Versuch mit mehreren Kassen ist für den 20. Juni geplant.

Von Ilse Schlingensiepen

DORTMUND. Die Kassenärztliche Vereinigung Westfalen-Lippe (KVWL) geht weiter auf Konfrontationskurs zur AOK NordWest. Die KVWL habe die für den 11. Juni anberaumte nächste Runde der Honorarverhandlungen abgesagt, berichtete der stellvertretende KVWL-Chef Dr. Gerhard Nordmann auf der Vertreterversammlung in Dortmund.

"Ich will nicht mit Herrn Litsch allein verhandeln, ich habe gefordert, dass wir in größerem Kreis verhandeln", sagte Nordmann. Der Chef der AOK NordWest Martin Litsch ist der Verhandlungsführer der Krankenkassen bei den Honorarverhandlungen.

Die Ärzte werfen ihm vor, die Versorgungserfordernisse in Westfalen-Lippe zu ignorieren und nur unzureichende Angebote zu machen. "Die Verhandlungen sind überflüssig, unnötig und bringen nichts. Ich werde sie in dieser Form nicht mehr führen", sagte Nordmann.

Jetzt soll am 20. Juni der nächste Versuch unter Beteiligung mehrerer Kassen gestartet werden. "Dann werden wir sehen, ob wir erneut ins Schiedsamt gehen müssen."

Ein deutliches Signal

Der KVWL-Vorstand will vor diesem Termin nichts mehr unternehmen, kündigte er an. Falls die zu einem Runden Tisch zusammengeschlossenen Verbände der Ärzte und Psychotherapeuten aber Aktionen planen, werde der Vorstand sie unterstützen. "Wir sollten weiter laut bleiben", sagte Nordmann.

Ein neuer von der VV gewählter "Ausschuss für öffentliche Angelegenheiten" soll künftig den Protest der westfälischen Ärzte und Therapeuten gegen das unterdurchschnittliche Vergütungsniveau in Westfalen-Lippe koordinieren.

Die Delegierten vertagten die Abstimmung über eine neue Sicherstellungsrichtlinie, die das Vorgehen der KVWL bei drohender Unterversorgung und die dafür notwendigen Finanzmittel regeln soll.

"Das ist ein deutliches Signal an die Krankenkassen und die Politik, dass wir bei der momentanen Honorarsituation nicht bereit sind, Sicherstellung zu leisten", sagte der VV-Vorsitzende Dr. Volker Schrage.

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