Welt-Polio-Tag

Niedersachsens Kammerpräsidentin appelliert an Bevölkerung, Polio-Impfstatus checken zu lassen

Dr. Martina Wenker, Präsidentin der Ärztekammer Niedersachsen, ruft Patienten dazu auf, den Polio-Impfstatus in der Praxis checken zu lassen, um Impflücken zu detektieren.

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So sollte es sein: Auch in Deutschland werden nicht alle Kleinkinder gegen Polio geimpft.

So sollte es sein: Auch in Deutschland werden nicht alle Kleinkinder gegen Polio geimpft.

© Marina Demidiuk / Stock.adobe.com (Symbolbild mit Fotomodell)

Hannover. Niedersachsens Ärztekammerpräsidentin, Dr. Martina Wenker, hat aus Anlass des Welt-Polio-Tages am 24. Oktober die Patienten der Hausarztpraxen im Land dazu aufgerufen, in den Praxen ihren Polio-Impfstatus überprüfen zu lassen.

Hintergrund des Aufrufs ist der Umstand, dass in vielen Ländern bis heute vielfach noch der Schluckimpfstoff mit abgeschwächten lebenden Polio-Erregern zur Prävention eingesetzt wird.

Das Robert Koch-Institut (RKI) hat im vorigen Jahr infolgedessen von Schluckimpfstoff abgeleitete Polioviren im Abwasser mehrerer deutscher Städte gefunden und in diesem Sommer darauf hingewiesen, dass eine Übertragung in Deutschland zunehmend wahrscheinlich werde. „Bisher sind keine Erkrankungen dokumentiert“, sagt Wenker. Die Bevölkerung solle dennoch den Impfschutz überprüfen.

Defizite bei Grundimmunisierung

Laut RKI-Statistik seien nur etwa 21 Prozent der Einjährigen in Deutschland vollständig gegen Polio geimpft, „obwohl die Grundimmunisierung in diesem Alter abgeschlossen sein sollte“, so die Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN).

Zudem verfügten nur 77 Prozent der Kinder im Alter von zwei Jahren über den vollständigen Impfschutz gegen eine Polio-Infektion. Aber auch immundefiziente Erwachsene gelten als Risikopersonen.

„Es sollte jeder einen ausreichenden Impfschutz gegen Polio haben.“, sagte Wenker. „Wie alle anderen Schutzimpfungen wird auch die Polio-Impfung regelmäßig von Hausärztinnen und -ärzten überprüft. Vor dem Hintergrund der zunehmenden Nachweise von Polio, aber auch beispielsweise im Hinblick auf die bald beginnende Grippesaison, bietet sich für Patientinnen und Patienten ein Termin in der Praxis an, um den individuellen Impfschutz prüfen und bei Bedarf aktualisieren zu lassen.“

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