Direkt zum Inhaltsbereich

Drogenpolitik

Rechnungshof an Warken-Ministerium: „Substitutionstherapie verbessern!“

Der Bundesrechnungshof spricht von „Systemversagen“: Viel zu lange habe sich das Gesundheitsministerium davor gedrückt, leistungsfähigere Rahmenbedingungen für die ambulante Drogenesatzversorgung einzurichten.

Veröffentlicht:

Bonn. In einer Ergänzung zu seinen kürzlich erschienenen „Bemerkungen 2025 zur Haushalts- und Wirtschaftsführung des Bundes“ moniert der Bundesrechnungshof Versäumnisse Berlins in der Drogenersatztherapie.

„Die Versorgung opioidabhängiger Menschen mit Substitutionsmitteln hat sich in Deutschland in den letzten Jahren deutlich verschlechtert“, heißt es in einer Mitteilung der Oberbehörde am heutigen Dienstag. „Weil das Bundesministerium für Gesundheit nicht ausreichend gegensteuert, gibt es vermeidbare gesundheitliche Risiken und hohe Folgekosten für die Krankenversicherungen.“

„Fehlanreize im Vergütungssystem“ bewirkten, dass die Anzahl ambulant subsituierender Ärztinnen und Ärzte „seit Jahren“ abnehme. Von den schätzungsweise 166.000 potenziellen Patienten erhalte „nur etwa die Hälfte eine Substitutionstherapie“, so die Rechnungsprüfer weiter. Zusätzlich verschärft werde die Lage, indem im Drogenmarkt zunehmend hochpotente synthetische Opioide wie Fentanyl und Nitazene auftauchen.

Insbesondere wird dem BMG zur Last gelegt, „kein wirksames Gesamtkonzept“ für eine zeitgemäße Substitutionstherapie entwickelt zu haben. Stattdessen verweise es lediglich auf die Zuständigkeit der Krankenkassen und Kassenärztlichen Vereinigungen. Das Ministerium, heißt es weiter, müsse „diesem Systemversagen entschlossen entgegentreten, indem es verbindliche Steuerungsimpulse setzt und klare Ziele definiert“. (cw)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Krankenkassen-Analyse

IKK classic: Weniger Verdachtsmeldungen auf Behandlungsfehler

Das könnte Sie auch interessieren
Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

© libre de droit | iStock

Update MS

Update Multiple Sklerose: Aktuelle Erkenntnisse und Entwicklungen

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

© Yozayo | iStock

Intrathekale Entzündung

Einfluss der MS-Therapie auf Immunzellen im Liquor

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
Ein erreichbares Ziel bei MS?

© Merck KGaA

Therapiefreie Remission

Ein erreichbares Ziel bei MS?

Anzeige | Merck Healthcare Germany GmbH
50 Jahre Jung-Preis

© Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung

50 Jahre Jung-Preis

Freiheit als Voraussetzung für medizinischen Fortschritt

Anzeige | Jung-Stiftung für Wissenschaft und Forschung
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Symposiums v.l.n.r.: Professor Karl Broich (BfArM), Dr. Jürgen Malzahn (AOK-Bundesverband), Dr. Christine Mundlos (ACHSE e.V.), Hauke Gerlof (Ärzte Zeitung), Dr. Johanna Callhoff (DRFZ), Professor Christoph Schöbel (Ruhrlandklinik, Universitätsmedizin Essen), Privatdozent Dr. Christoph Kowalski (Deutsche Krebsgesellschaft), Dr. Peter Kaskel (Idorsia)

© Thomas Kierok

ICD-11: Die Zeit ist reif für die Implementierung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Idorsia Pharmaceuticals Germany GmbH, München
In Deutschland gibt es immer weniger klinische Forschung. Was Deutschland hingegen zu leisten imstande ist, zeigte sich zuletzt bei der COVID-19-Pandemie: mRNA-basierte Impfstoffe wurden schnell entwickelt und produziert.

© metamorworks / stock.adobe.com

Handlungsempfehlungen

Deutschland-Tempo statt Bürokratie-Trägheit

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Verband forschender Pharma-Unternehmen (vfa)
Suchtmedizin: ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld

© Springer Medizin Verlag GmbH

Suchtmedizin: ein spannendes und vielfältiges Betätigungsfeld

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Hexal AG, Holzkirchen
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Rauchjahre statt Packungsjahre

Lassen sich die Kriterien fürs Lungenkrebs-Screening vereinfachen?

Lesetipps
Manche Menschen mit Adipositas haben ein vergleichsweise günstiges kardiovaskuläres Risikoprofil: offenbar vor allem diejenigen mit weniger zentraler Fettansammlung. (Symbolbild mit Fotomodell)

© sam richter / stock.adobe.com

Mega-Analyse

BMI ade? Beim kardiovaskulären Risiko kommt es auf das Bauchfett an