Direkt zum Inhaltsbereich

Klinik-Reform

Kassen halten Abschläge für gefährlich

Veröffentlicht:

BERLIN. Weniger Geld bei mangelnder Qualität von Krankenhausleistungen: Der Referentenentwurf für das Krankenhausstruktur-Gesetz sieht diese Möglichkeit vor, die Krankenkassen beurteilen dies skeptisch.

Abschläge würden durch hausinterne Sparzwänge die Qualitätsprobleme noch verschärfen, schreibt der Ersatzkassenverband vdek in seiner Stellungnahme zur internen Anhörung des Entwurfs am Montag im Bundesgesundheitsministerium.

"Außerdem wird der Fehlanreiz ausgelöst, fehlende Einnahmen über eine Mengenausweitung zu kompensieren", heißt es weiter.

Mit ähnlichem Tenor hält der AOK-Bundesverband Versorgungsabschläge "aus Patientensicht für problematisch". Abschläge seien allenfalls als "Teilelement einer gestuften Qualitätssteuerung vorstellbar", so die AOK.

Um so wichtiger ist es für den vdek, bei Qualitätsmängeln einzelne Leistungen auf DRG-Ebene für das betroffene Krankenhaus von der Leistungserbringung auszuschließen.

Mehrausgaben von 5,4 Milliarden Euro

Bauchschmerzen machen den Kassenvertretern die Kostenwirkungen des geplanten Gesetzes: Bis 2020 sollen es Mehrausgaben von 5,4 Milliarden Euro sein.

Auch das Versorgungsstärkungs- und das Präventionsgesetz werden mit höheren Aufwendungen für die GKV einhergehen - zahlen müssen für höhere Zusatzbeiträge seit der GKV-Finanzreform im vergangenen Jahr allein die Versicherten.

Deshalb schlägt der vdek vor, die Rücklagen im Gesundheitsfonds als Gegenfinanzierung anzuzapfen.

Ungelöst ist aus Kassensicht auch die Investitionsfinanzierung durch die Länder - im Jahr 2013 waren dies bundesweit noch 2,7 Milliarden Euro.

Die im Gesetzentwurf formulierte Verpflichtung für die Länder, künftig mindestens den Durchschnitt der in den Jahren 2012 bis 2014 aufgewendeten Mittel zur Investitionsfinanzierung bereit zu stellen, sei ein "Konsens auf niedrigem Niveau", rügt der vdek.

"Echte Lösungsansätze" suche man an diesem Punkt im Entwurf vergebens, heißt es auch seitens des AOK-Bundesverbands.

Franz Knieps, Vorstand des BKK Dachverbands, mahnt, dieses "weiter so" funktioniere nicht: "Die Kliniken brauchen ebenso wie die Kassen Planungssicherheit." (fst)

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Mit unserem kostenloses Login erhalten Ärztinnen und Ärzte, Medizinstudierende sowie Fachkräfte im Gesundheitswesen vollen Zugriff auf unsere medizinischen und praxisrelevanten Inhalte.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Prognose meist günstig

Schulterschmerzen in der Hausarztpraxis: Aufklären statt röntgen!

„ÄrzteTag“-Podcast

Die Impfsaison startet: Wie gehen Sie vor, Dr. Fleischhauer?

Lesetipps
Dreidimensionale medizinische Illustration des Varicella-Zoster-Virus, einem Virus das Windpocken, Hautblasen, Nesselsucht, Wunden und Gürtelrose verursacht.

© Corona Borealis / stock.adobe.com

Atypische Symptome

Kasuistik: Periphere Fazialisparese mit erstaunlicher Ursache

 Nebenniereninsuffizienz

© Sebastian Kaulitzki / stock.adobe.com

Therapie mit Glukokortikoiden

Was beim Absetzen von Steroiden zu beachten ist