Gesundaktiv in Hamburg

Kassen zahlen weiter für GBA-Förderprojekt

1000 ältere Teilnehmer erhalten weiter Unterstützung durch eine Fallmanagerin. Kassen sichern die Finanzierung bis Herbst 2021.

Veröffentlicht: 20.10.2020, 11:39 Uhr
Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ein Tablet, das ihnen Videotelefonie mit den Fallmanagern ermöglicht.

Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ein Tablet, das ihnen Videotelefonie mit den Fallmanagern ermöglicht.

© thodonal / stock.adobe.com

Hamburg. Das Hamburger Pilotprojekt Netzwerk Gesundaktiv (NWGA) wird auch nach der jetzt beendeten Förderung durch den Innovationsfonds fortgeführt. Für mindestens ein weiteres Jahr tragen die teilnehmenden Krankenkassen TK, Barmer, DAK und Knappschaft die Kosten, sodass die 1000 Teilnehmer die Leistungen aus dem Netz vorerst bis September 2021 weiter nutzen können.

Das Netz ermöglicht den 1000 Teilnehmern eine altersmedizinische Untersuchung und ein soziales Assessment mit Fokus auf den Erhalt altersrelevanter Funktionen.

Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben

Eine Fallmanagerin hilft den älteren Menschen bei Fragen und der Umsetzung individueller Unterstützungspläne, die diese nach der Eingangsuntersuchung und interdisziplinärer Fallkonferenz erhalten. So sollen drohende Funktionseinbußen erkannt und mit entsprechenden Maßnahmen gegengesteuert werden.

Auf Wunsch erhalten die Teilnehmer ein Tablet, das ihnen Videotelefonie mit den Fallmanagern und die Verbindung zu einem Dienstleistungsportal ermöglicht. Dieses Angebot unter dem Begriff Paul (Persönlicher Assistent für unterstütztes Leben) bleibt ebenfalls bestehen.

Angesiedelt bleibt die das Netz koordinierende Stelle im Albertinen Haus-Zentrum für Geriatrie und Gerontologie in Hamburg-Schnelsen. Hamburgs Sozialsenatorin Melanie Leonhard (SPD) begrüßte die Fortführung des Projekts, weil sie darin eine „gute, auf Prävention ausgerichtete, ärztliche Untersuchung, das Mitmachen bei den Angeboten im Stadtteil und die Unterstützung durch andere Menschen und Technik“ erkennt.

So lange wie möglich im häuslichen Umfeld bleiben

Bei den Projektteilnehmern scheint das Konzept anzukommen. Nach bisherigen Ergebnissen bewerteten fast acht von zehn Teilnehmern das Netz mit gut oder sehr gut. TK-Bundesvorstand Thomas Ballast führt das auch darauf zurück, dass das Netz älteren Menschen, denen Pflegebedürftigkeit droht, so lange wie möglich den Verbleib im häuslichen Umfeld ermöglicht.

„Es zeigt sich, dass wir den Nerv der Zeit getroffen haben“, sagte Ballast zur Begründung für die weitere Förderung durch die Krankenkassen. Allerdings ist er gespannt auf die endgültigen Ergebnisse der Evaluation, die im Laufe des kommenden Jahres vorliegen sollen – im September 2021 soll dann erneut über die Finanzierung gesprochen werden. In den vier Jahren Projektlaufzeit hatte der Gemeinsame Bundesausschuss bis zu 8,9 Millionen Euro aus dem Innovationsfonds bewilligt. (di)

Mehr zum Thema

Innovationsfonds-Projekt

Online-Therapie bei gestörtem Schlaf

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Die Newsletter der Ärzte Zeitung

Lesen Sie alles wichtige aus den Bereichen Medizin, Gesundheitspolitik und Praxis und Wirtschaft.

NEU als Themen abonnierbar: Frauengesundheit und Kindergesundheit

Newsletter bestellen »

Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte, Medizinstudenten, MFA und weitere Personengruppen viele Vorteile.

Die Anmeldung ist mit wenigen Klicks erledigt.

Jetzt anmelden / registrieren »

Top-Meldungen
Die Apothekenreform ist in trockenen Tüchern, die ABDA lobt sie als Beitrag zu einer „zukunftsfähigen Arzneimittelversorgung“.

Gesetzgebung

Bundesrat winkt Apothekenreform durch

Keine Lust aufs Essen? Übelkeit und Geschmacksverlust deuten bei Kindern eher auf COVID-19 als Atemwegssymptome.

Corona-Splitter

Die COVID-19-Symptome bei Kindern

Per Sectio wurden im Jahr 2018 in Deutschland 29 Prozent der Kinder zur Welt gebracht.

Erste Lebensjahre

Höheres Infektionsrisiko für Kaiserschnitt-Kinder