Kommentar zu den Protesten im Norden

Kaum Kraft für Aktionstag

Von Dirk SchnackDirk Schnack Veröffentlicht:

Für die chronisch unterfinanzierten Kliniken im Norden bringt der Aktionstag am Sonnabend vor allem zwei Erkenntnisse. Eine ist frustrierend: die Belastung der Mitarbeiter ist so groß, dass Betriebsräte in manchen Kliniken Pflegekräfte kaum noch darauf ansprechen mochten, ob sie in ihrer Freizeit den Aktionstag unterstützen können. Und es gab Standorte, an denen sich kein Arzt blicken ließ.

Vor allem Führungskräfte und Verwaltungsmitarbeiter sorgten dafür, dass genügend Beschäftigte vor Ort die Anliegen der Krankenhäuser vertraten. Ermutigend war dagegen, dass trotz widriger Umstände - im Dauerregen diskutiert niemand auf offener Straße - viele Menschen das Thema Krankenhausfinanzierung für wichtig genug halten, um sich damit auseinander zu setzen.

Sie verstehen, dass medizinische Versorgung Geld kosten muss. Sie verstehen nicht, warum Versorgung leiden muss, obwohl derzeit Reserven bei den Krankenkassen vorhanden sind. Und sie verstehen auch nicht, warum bei der Finanzierung mit zweierlei Maß gemessen wird und einzelne Bundesländer benachteiligt werden.

Die Kliniken im Norden haben keine Wahl: Sie müssen das Thema bis zur Bundestagswahl im Fokus der Öffentlichkeit halten - auch wenn überlastete Klinikmitarbeiter dafür eigentlich keine Zeit haben.

Lesen Sie dazu auch: Klinikfinanzen: Diskussionen auf den Marktplätzen im Norden

Mehr zum Thema

Blitzumfrage

Krankenpflegekräfte zu 95 Prozent gegen COVID-19 geimpft

Aktuelles Infektionsgeschehen

Die Corona-Lage in den Städten und Landkreisen

Kommentare

Sie müssen angemeldet sein, um einen Kommentar verfassen zu können.
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Jetzt anmelden »Kostenlos registrieren »

Die Newsletter der Ärzte Zeitung

» kostenlos und direkt in Ihr Postfach

Am Morgen: Ihr individueller Themenmix

Zum Feierabend: das tagesaktuelle Telegramm

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Olaf Scholz ist von der Entscheidung Bayerns, die 2G-Plus-Regel in der Gastronomie nicht umzusetzen, etwas angefressen.

© dpa

Update

Bund-Länder-Beschluss

Lauterbach muss jetzt nationale Teststrategie überarbeiten