Oberpfalz

Kein früherer Tod durch Ärztemangel

Sterben in einer Region Menschen deutlich früher als in einer anderen, liegt die Ursache in der Lebensweise, nicht im Ärztemangel, so der Gesundheitsökonom Günter Neubauer.

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ANDECHS. In Tirschenreuth in der Oberpfalz sterben die Menschen im Durchschnitt sechs Jahre früher als in Starnberg, so der Gesundheitsökonom Professor Günter Neubauer.

Für die Politik stelle sich deshalb die Frage, ob solche Unterschiede auf Dauer akzeptiert werden können, meinte Neubauer beim 13. Bayerischen Gesundheitsforum im Kloster Andechs. Mehr Ärzte in einer vermeintlich unterversorgten Region anzusiedeln sei jedenfalls keine Lösung.

Denn Ursache der unterschiedlichen Sterblichkeit sei nicht die ärztliche Versorgung in einem Gebiet, sondern die Lebensweise der Menschen, erläuterte Neubauer bei der Diskussionsveranstaltung, die von Baxter, GlaxoSmithKline, MSD Sharp & Dohme und Novartis unterstützt wurde.

Nach Neubauers Ansicht muss angesichts einer höheren Mobilität der Bevölkerung auch die Krankenhausplanung überdacht werden. "Viele gehen nicht mehr ins nächste, sondern ins übernächste Krankenhaus", berichtete der Gesundheitsökonom.

Krankenhäuser, die aufgrund der einheitlichen Vergütung im DRG-System Defizite erwirtschaften, sollten die Möglichkeit haben, von den Patienten Zusatzbeiträge zu verlangen. Dann würde sich sehr schnell zeigen, ob die Bevölkerung "ihr" Krankenhaus behalten will, meinte Neubauer.

Mehr Regionalisierung für den Gesundheitsfonds

Für eine Neujustierung des Gesundheitsfonds sprach sich der CSU-Landtagsabgeordnete Bernhard Seidenath aus. Wegen der höheren Einkommen im Freistaat und der guten wirtschaftlichen Lage fließen nach seinen Angaben schätzungsweise drei Milliarden Euro aus Bayern ab.

Da keine regionalisierten Daten mehr erfasst werden, seien die genauen Zahlen jedoch nicht bekannt. Um wieder mehr Transparenz bei den Beitragsgeldern zu bekommen, sollte deshalb die seinerzeit von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr abgeschaffte Regionalkennzeichnung wieder eingeführt werden, forderte der CSU-Politiker.

Nicht nur beim Gesundheitsfonds werde Bayern benachteiligt, sagte Bettina Brennecke, Mitglied der Geschäftsführung von GSK. Durch die Kostendämpfungspolitik des Bundes werde auch die pharmazeutische Industrie in Bayern überdurchschnittlich belastet.

So seien in den vergangenen vier Jahren bundesweit etwa 3,4 Milliarden Euro weniger in die Forschung geflossen und allein in Bayern 2400 Arbeitsplätze in der Branche verloren gegangen. (sto)

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