KOMMENTAR

Keine Angst vor der Freiheit!

Helmut LaschetVon Helmut Laschet Veröffentlicht:

Mit vielen guten Gründen wendet sich die Bundesärztekammer beharrlich gegen Staats- und Einheitsmedizin. Und erstaunt das Publikum nun mit einem Widerspruch.

Tatsache ist doch: die staatliche Gebührenordnung für ärztliche Leistungen ist völlig veraltet. Die Behelfslösungen über Analogbewertungen sind für Ärzte, Patienten und Versicherer zu Prozessfallen geworden. Bürokraten in Finanz- und Innenministerien bremsen seit Jahren jeglichen Fortschritt aus.

Die Idee, für die staatlichen Gebührenordnungen - gegenwärtig ist dies bei der GOZ-Reform, später wahrscheinlich auch für die GOÄ-Reform geplant - eine Öffnungsklausel vorzusehen, sollte daher nicht von vornherein abgelehnt werden. Das Schlagwort vom ruinösen Preiswettbewerb ist ein Totschlag-Argument. Es verkennt, welchen Stellenwert der gute Arzt gerade für Privatversicherte hat. Preferred Provider, bevorzugter Arzt für einen Privatversicherer und seine Klientel zu sein, kann auch heißen: gute, vielleicht sogar garantierte Leistung zu einem fairen Preis.

Dies zu organisieren, darf man freilich nicht Monopolen überlassen: nicht dem Kammersystem, dem Ärzte zwangsweise angehören, und auch nicht einem Branchenverband, der damit zum Kartell würde. Vielmehr wäre die Öffnungsklausel eine Chance für freie Ärzteverbände und Unternehmen, in der Privatmedizin zu zeigen, was Ärzte zu leisten imstande sind. Also: Keine Angst vor der Freiheit!

Lesen Sie dazu auch: Kammer bevorzugt die Staatsmedizin

Schlagworte:
Mehr zum Thema

130. Internistenkongress

Aus dem Kurhaus: DGIM eröffnet DGIM

Kommentare
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Das war der Tag: Der tägliche Nachrichtenüberblick mit den neuesten Infos aus Gesundheitspolitik, Medizin, Beruf und Praxis-/Klinikalltag.

Eil-Meldungen: Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

DGIM-Kongress

Sepsis-Verdacht: Eine Stunde, fünf essenzielle Maßnahmen

Allokation von Ressourcen in schwierigen Zeiten

Allgemeinmedizin, das ist „lebenslange Präzisionsmedizin“

Lesetipps
Klinische Daten sind spärlich: EM-Aufnahme von Phagen.

© Matthew Dunne / ScopeM / ETH Zürich

Viele Studien, wenig Evidenz

Phagentherapie – der lange Weg in die klinische Anwendung

Dr. Markus Wenning, Ärztlicher Geschäftsführer der Ärztekammer Westfalen-Lippe

© Sophie Schüler

Versorgungslage

Ärztemangel? Prognose: Schwindsucht

Internist und Intensivmediziner Professor Christian Karagiannidis appellierte beim DGIM-Kongress: Die ärztliche Weiterbildung müssen in Zukunft sektorenübergreifender gedacht werden.

© Sophie Schüler

Junges Forum auf dem DGIM-Kongress

Rotationsweiterbildung – bald der neue Standard?