Direkt zum Inhaltsbereich

Brandenburg

Kinder werden später zu U-Vorsorgen eingeladen

Eltern und Kinderärzte bemängeln, dass die Einladungen zu Früherkennungsuntersuchungen zu sehr im Voraus erfolgen. Das soll sich nun ändern.

Veröffentlicht:

POTSDAM. Das Zentrale Einladungs- und Rückmeldewesen zu den Früherkennungsuntersuchungen für Kinder und Jugendliche in Brandenburg soll verändert werden. Das Landesgesundheitsministerium hat angekündigt, dass die Einladungen künftig später erfolgen sollen.

Damit reagiert es auf Kritik von Eltern und Kinderärzten. Diese sind sich einig, dass die Einladungen durch die Zentrale Stelle zu früh erfolgen, weil Früherkennungsuntersuchungen meist am Ende der vorgegebenen Zeitspanne vorgenommen würden.

Gesundheitsstaatssekretärin Almuth Hartwig-Tiedt (Linke) geht davon aus, "dass ein späterer Versand der Einladungen die Zahl der notwendigen Erinnerungen und Weiterleitungen an die Gesundheitsämter verringern könnte. Sie kündigte an, das Einladungsverfahren entsprechend zu verbessern.

Insgesamt verbucht das Einladungssystem Erfolge: Seit dem Start der Einladungen zur U6 bis U9 und J1 im Sommer 2008 sind die Teilnahmequoten für alle Untersuchungsstufen deutlich gestiegen. So ist die Teilnahmequote an der U8 von 2007 bis 2012 von 88,5 Prozent auf 95,2 Prozent gestiegen.

Die Quote an der U9 nahm von 83,6 auf 89,9 Prozent zu. Die anteilig meisten Teilnehmer verzeichnet die Evaluation mit über 98 Prozent bei der U6.

Erinnerungsschreiben für 17.400 Familien

Im Jahr 2014 haben mehr als 118.000 Familien eine Einladung zur nächsten U-Untersuchung des Kindes und über 17.400 Familien ein Erinnerungsschreiben erhalten.

Dennoch haben rund sieben Prozent der Eltern eine U-Untersuchung ihres Kindes versäumt. In 8700 Fällen hat die Zentrale Stelle deshalb die örtlichen Gesundheitsämter eingeschaltet.

Hartwig-Tiedt sagte: "Das Zentrale Einladungs- und Rückmeldewesen ist erfolgreich und leistet einen Beitrag zur Kindergesundheit." Der Evaluationsbericht zeige, dass sich das bestehende Verfahren etabliert habe und bei Eltern, Ärzten sowie in Gesundheitsämtern eine hohe Akzeptanz finde.

"Das gesetzte Ziel einer Erhöhung der Teilnehmerrate wurde erreicht", so Hartwig-Tiedt. Der Bericht zeigt laut Ministerium auch, dass soziale Faktoren für die Teilnahme an den Vorsorgeuntersuchungen ausschlaggebend sind.

Demnach steigt die Teilnahme an der Früherkennung mit dem sozialen Status der Familien. Allerdings zeigt der Bericht bei Familien mit niedrigem sozialem Status einen besonders starken Anstieg.

Einfluss auf die Teilnahme hat offensichtlich auch die Betreuung in einem Kindergarten. Mit jedem Kindergartenjahr steige die Teilnahmequote vieler Untersuchungen. (ami)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: Besser später als zu früh

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Impfschutz erleichtern

In Thüringen jetzt Schutzimpfung im Gesundheitsamt möglich

Barrierefreiheit ist Pflicht

So wird Ihre Praxiswebseite barrierefrei

Das könnte Sie auch interessieren
Glasglobus und Stethoskop, eingebettet in grünes Laub, als Symbol für Umweltgesundheit und ökologisch-medizinisches Bewusstsein

© AspctStyle / Generiert mit KI / stock.adobe.com

Klimawandel und Gesundheitswesen

Klimaschutz und Gesundheit: Herausforderungen und Lösungen

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein MRT verbraucht viel Energie, auch die Datenspeicherung ist energieintensiv.

© Marijan Murat / dpa / picture alliance

Klimawandel und Gesundheitswesen

Forderungen nach Verhaltensänderungen und Verhältnisprävention

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

© Frankfurter Forum für gesellschafts- und gesundheitspolitische Grundsatzfragen e. V.

Das Frankfurter Forum stellt sich vor

Ein Dialogforum von Fachleuten aus Gesellschaft, Gesundheitspolitik und Wissenschaft

Kooperation | In Kooperation mit: Frankfurter Forum
Kommentare
Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Verlauf des Rett-Syndroms

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [2]

Rett-Syndrom

Diagnose und Verlauf einer herausfordernden Erkrankung

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Acadia Pharmaceuticals (Germany) GmbH, München
Abb. 1: Typische Körperumrisse bei Achondroplasie

© BioMarin

Achondroplasie

Gezielte Therapie: erste Lebensjahre sind entscheidend

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: BioMarin Deutschland GmbH, Frankfurt am Main
Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

© Pinit / stock.adobe.com / generiert mit KI

Pädiatrische cholestatische Lebererkrankungen

Voraussetzungen für eine erfolgreiche Transition Betroffener in die Erwachsenenmedizin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Mirum Pharmaceuticals Germany GmbH, München
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Nichtinfektiösen Durchfall erkennen

Das sind die Warnzeichen für chronische Diarrhö

Lesetipps
Eine Mutter hat ihre Tochter am Schoß und sitzt in der Sprechstunde eines Arztes.

© Africa Studio / Stock.adobe.com

Interview

Vegetarische und vegane Ernährung bei Kindern mit Vorerkrankungen

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?

© Porträt: BVKJ | Spritze: Fiedels / stock.adobe.com

Sie fragen – Experten antworten

Reiseimpfungen bei Kindern: Müssen Abstandsregeln eingehalten werden?