Sachsen-Anhalt

Klarer Trend zur Anstellung

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MAGDEBURG. Immer mehr Vertragsärzte Sachsen-Anhalts wollen nicht mehr in eigener Praxis als wirtschaftlich freiberuflicher Arzt praktizieren. Sie lassen sich anstellen.

"Seit 2007 hat sich die Zahl der Einzelpraxen um fast 300 verringert. Dafür gewinnen Medizinische Versorgungszentren mehr Zulauf ", so Dr. Burkhard John, Vorstand der KV Sachsen-Anhalt (KVSA). Während 2007 knapp 65 Prozent der niedergelassenen Fachärzte in Einzelpraxen arbeiteten, waren es Ende vergangenen Jahres nur noch 50,1 Prozent (1021).

Etwas anders sieht es im hausärztlichen Bereich aus: Der Anteil der Einzelpraxen sank im genannten Zeitraum um knapp zehn auf 68,8 Prozent, das sind knapp 1000 Ärzte, die als Freiberufler arbeiten.

Immer beliebter werden Medizinische Versorgungszentren. Dort arbeiteten Ende vergangenen Jahres 431 Ärzte. Im Jahr 2007 waren es erst 97.

Einen Zuwachs (von 23 auf 86) gab es auch bei den angestellten Ärzten in Vertragsarztpraxen. In Berufsausübungsgemeinschaften waren im Vorjahr 743 Ärzte beschäftigt, 2007 waren es 732.

Bei den Psychotherapeuten dagegen bleibt die Einzelpraxis wohl vorerst die bevorzugte Form für die Berufsausübung. 97,8 Prozent praktizieren allein. 2007 waren es 99 Prozent. Damals waren allerdings nur 205 Psychotherapeuten vertragsärztlich tätig, heute sind es 364.

Die KVSA reagiert auf diesen Trend und nicht nur mit den eigenen Filialpraxen, in denen derzeit drei Ärzte angestellt sind. John: "In drohend unterversorgten Bereichen können Anstellungen laut Beschluss des Landesausschusses einmalig mit 10.000 Euro gefördert werden."

Darüber hinaus sieht eine Regelung im HVM einen zehnprozentigen Aufschlag auf das Regelleistungsvolumen für Gemeinschaftspraxen und Praxen mit angestellten Ärzten vor. (zie)

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