Niedersachsen

Klinik will 100.000 Kinder testen

Überraschende Ergebnisse liefert eine Studie zu Typ-1-Diabetes und familiärer Hypercholesterinämie in Niedersachsen.

Veröffentlicht:

HANNOVER. Eine Fettstoffwechsel-Störung im Kleinkindalter tritt bei 30 von 1000 Kindern auf – und damit wesentlich häufiger, als bisher vermutet. Das ist ein Ergebnis der Fr1dolin-Studie (Früherkennung von Typ-1-Diabetes und familiärer Hypercholesterinämie in Niedersachsen), einer Initiative des Kinder- und Jugendkrankenhauses "Auf der Bult" in Hannover.

Professor Olga Kordonouri, Leiterin der Fr1dolin-Studie, sagt: "Wir hatten unter 1000 Kindern drei erwartet, nun haben wir zehnmal mehr Betroffene festgestellt." Beim Typ-1-Diabetes ist unter den 1000 Probanden jedes 300. Kind betroffen. "Erfreulich und erwartungsgemäß niedrig ist die Anzahl der Kinder, bei denen ein frühes Stadium eines Typ-1-Diabetes vorliegt", sagt Professor Thomas Danne, Leiter des Diabetes-Zentrums "Auf der Bult".

Seit November 2016 bietet sie allen Eltern in Niedersachsen an, mit Hilfe der niedergelassenen Kinder- und/oder Hausärzte ihr Kind kostenlos auf die zwei chronischen Krankheiten Typ-1-Diabetes und familiäre Hypercholesterinämie testen zu lassen. Seitdem haben bereits über 1000 Kinder teilgenommen.

Die Fr1dolin-Studie ist auf zwei Jahre angelegt. Ziel ist, 100.000 Kinder in Niedersachsen zu untersuchen, und zwar im Rahmen der U7a, U8 oder U9-Vorsorge-Untersuchungen oder anderer Arztbesuche. Kindern zwischen zwei und sechs Jahren wird nach der Einwilligung durch ein Elternteil eine geringe Menge Kapillarblut abgenommen und ins Studienzentrum "Auf der Bult" geschickt. Wird die Diagnose eines frühen Typ-1-Diabetes oder einer familiären Hypercholesterinämie gestellt, werden die Kinder zeit- und wohnortnah von Expertenteams zur jeweiligen Erkrankung beraten und praktisch geschult, die gemeinsam mit den Kinder- und Hausärzten die Betreuung übernehmen. (cben)

Weitere Informationen zur

Fr1dolin-Studie: www.fr1dolin.de

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