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Koalition sagt Vereinsamung den Kampf an

Mit einem Kompetenznetz will das Bundesfamilienministerium der Vereinsamung von Menschen entgegenwirken.

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Einsamkeit hat viele Gesichter – Senioren trifft das Problem aber besonders.

Einsamkeit hat viele Gesichter – Senioren trifft das Problem aber besonders.

© buritora / stock.adobe.com

Berlin. „Wir wollen eine Gesellschaft sein, wo sich niemand einsam fühlt“, sagte Bundesfamilienministerin Anne Spiegel bei der Vorstellung des neuen Kompetenznetzwerks gegen Einsamkeit am Donnerstag. Ziel sei es, Wissen für konkrete Angebote und Orte zu bündeln und zu teilen, „um Einsamkeit als Sackgasse zu beenden“, so die Ministerin.

Einsamkeit beeinflusse das Leben vieler Millionen Menschen – älterer wie jüngerer, betonte Spiegel. Werde Einsamkeit chronisch, steige das Risiko, seelisch und körperlich zu erkranken. Auch Teilhabe falle dann immer schwerer.

In Pandemiezeiten hat Vereinsamung zugenommen

Corona habe das Problem der Vereinsamung noch einmal verschärft. Zwölf Prozent der Über-80-Jährigen klagten inzwischen über Einsamkeit – das seien doppelt so viele wie vor Ausbruch der Pandemie im Frühjahr 2020.

Länder wie Großbritannien oder Japan hätten bereits eigene Ministerien für Einsamkeit geschaffen. Deutschland wolle mit dem neuen Kompetenzzentrum einen Beitrag leisten, um Einsamkeit stärker zu bekämpfen. Ihr Ministerium werde das Projekt zunächst bis Ende 2022 mit gut einer Million Euro fördern, kündigte Spiegel an.

Der Direktor des Frankfurter Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik und Leiter des Projekts Kompetenznetz Einsamkeit, Benjamin Landes, sagte, es gehe darum, Strategien gegen Einsamkeit weiterzuentwickeln. „Dabei legen wir einen Fokus auf die Praxis der sozialen Arbeit sowie auf vulnerable Gruppen, die ein besonderes Einsamkeitsrisiko haben.“

Ende 2020 hatte die FDP-Fraktion im Bundestag für einen nationalen Aktionsplan gegen Einsamkeit geworben. Einsamkeit stelle einen mit Rauchen und Fettleibigkeit vergleichbaren Risikofaktor für die Gesundheit dar, hatten die Liberalen argumentiert. Auch im Koalitionsvertrag der Ampel ist ein „Maßnahmenpaket“ zu Einsamkeit angekündigt. (hom)

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