Kommentar

Krankenbett statt Schreibtisch

Von Christiane BadenbergChristiane Badenberg Veröffentlicht:

Die Lage ist nicht gut, aber auch nicht hoffnungslos. So könnte das Fazit der neuen Ärztebefragung des Marburger Bundes lauten. Denn es zeigen sich Silberstreifen am Horizont. Die arztspezifischen Tarifverträge haben offenbar dazu geführt, dass 59 Prozent der Befragten ihre Arbeitsbedingungen als gut oder sehr gut einschätzen, vor drei Jahren waren es nur 52 Prozent. Auch die Zahl der Ärzte, die überlegen, ihren Klinikjob an den Nagel zu hängen, ist deutlich gesunken.

Aber die Befragung zeigt auch, dass bei der Arbeitsbelastung der Klinikärzte noch vieles im Argen liegt. Eine durchschnittliche Arbeitszeit von 55 Wochenstunden ist in einem Beruf, der höchste Konzentration erfordert, nicht akzeptabel. Und wenn viele Ärzte angeben, dass sie pro Tag zwei bis vier Stunden am Schreibtisch verbringen, klingt das wie ein schlechter Scherz.

Es gibt Stellschrauben, an denen gedreht werden kann. Dazu gehört etwa der Bürokratieabbau. Nachdem es dem MB gelungen ist, finanziell für die Ärzte einiges herauszuholen, liegt hier eine neue Aufgabe: Dampf zu machen, dass sich an der Bürokratie etwas ändert. Denn Ärzte wollen schließlich gegen Krankheiten und nicht gegen Papierberge kämpfen.

Lesen Sie dazu auch: Viele Klinikärzte arbeiten weiter am Limit Familie oder Beruf? Ärzte wollen nicht wählen

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