Klinikreform

Krankenhäuser im Norden geben Contra

Die Krankenhausgesellschaft Schleswig-Holstein sieht die Kliniken im Land als Verlierer der geplanten Gröhe-Reform.

Dirk SchnackVon Dirk Schnack Veröffentlicht:

KIEL. Trotz der Nachbesserungen sind viele Klinikmitarbeiter im Norden unzufrieden mit der Krankenhausreform. Rund 500 von ihnen demonstrierten in Kiel für bessere Arbeitsbedingungen.

Grund für die Unzufriedenheit: Die größten Probleme in Schleswig-Holstein werden mit der Reform nicht gelöst. Insbesondere der schwache Landesbasisfallwert und der Investitionsstau in den Kliniken machen den Kliniken im Norden große Sorgen.

Beides führt zu einem Wettbewerbsnachteil gegenüber Kliniken in anderen Bundesländern, der mit der Reform nicht beseitigt wird. Die Kliniken in Schleswig-Holstein kritisieren außerdem, dass die fehlenden Mittel zu einer knappen Personaldecke und damit zu einer Arbeitsverdichtung führen.

Aktion "Frag doch mal den Gröhe"

Die Allianz für die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein hatte deshalb Klinikmitarbeiter und Bevölkerung zur Aktion "Frag doch mal den Gröhe" aufgerufen. Ziel war es, Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) in den Norden zu holen, um von ihm Antworten auf die drängendsten Fragen zur stationären Versorgung zu erhalten.

Gröhe hat nach Auskunft der Krankenhausgesellschaft (KGSH) aber mehrere Terminvorschläge abgelehnt. Viele der rund 300 eingereichten Fragen kreisen nach Auskunft von KGSH-Geschäftsführer Bernd Krämer um die knappe Personaldecke in den Kliniken und um die unterschiedlichen Basisfallwerte in den Bundesländern.

Nach Ansicht der Kliniken wird sich an der Ungleichbehandlung gegenüber anderen Ländern nicht viel ändern. Denn von einigen Punkten im Reformgesetz profitieren besonders Krankenhäuser in den einwohnerstarken Ländern Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg. Der Strukturfonds etwa stellt Mittel für Standortumstrukturierungen oder -schließungen zur Verfügung.

Auf Defizite aufmerksam machen

In Schleswig-Holstein aber steht kein einziger Standort zur Disposition - die Mittel dieses Fonds fließen also am Norden vorbei, voraussichtlich hauptsächlich in den Ballungsraum im Westen.

Vom vorgesehenen Personalkostenzuschlag wiederum profitieren besonders Kliniken mit vielen Beschäftigten wie etwa im Südwesten - die personalknappen Kliniken in Schleswig-Holstein haben auch hier das Nachsehen.

Die Allianz will deshalb weiter auf die Defizite aufmerksam machen. "Wir werden nicht stillhalten, bis wir eine vernünftige personelle Besetzung in den Kliniken haben und der Investitionsstau aufgelöst ist", sagte Krämer der "Ärzte Zeitung".

Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Kolumne „Hörsaalgeflüster“

Frühe Ausbeutung im PJ raubt künftige Motivation

Berufspolitik

Abirateron-Regress: Urologen in Nordrhein berichten von bis zu 40.000 Euro

Interview zum Vertragsarztrecht

Regress-Prävention: Wie Ärzte Formfehlern aus dem Weg gehen

Kommentare
* Hinweis zu unseren Content-Partnern
Dieser Content Hub enthält Informationen des Unternehmens über eigene Produkte und Leistungen. Die Inhalte werden verantwortlich von den Unternehmen eingestellt und geben deren Meinung über die Eigenschaften der erläuterten Produkte und Services wieder. Für den Inhalt übernehmen die jeweiligen Unternehmen die vollständige Verantwortung.
Sonderberichte zum Thema
Mehr als ein oberflächlicher Eingriff: Die Krankenhausreform verändert auch an der Schnittstelle ambulant-stationär eine ganze Menge.

© Tobilander / stock.adobe.com

Folgen der Krankenhausreform für niedergelassene Ärztinnen und Ärzte

Die Klinikreform bringt Bewegung an der Schnittstelle zwischen Praxen und Krankenhäusern

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: der Deutschen Apotheker- und Ärztbank (apoBank)
Dr. med. Gerhard M. Sontheimer (ANregiomed, Region Ansbach) und Holger Baumann (Kliniken der Stadt Köln, v.l.) haben in der Praxis gute Erfahrungen mit Systempartnerschaften gemacht.

© Philips

Mehr Spielraum für moderne Prozesse in der Klinik

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Philips GmbH Market DACH, Hamburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen
Lesetipps
Eine Frau streckt ihre Zunge heraus, man sieht ihre Zähne oben.

© vladimirfloyd / stock.adobe.com

Halitosis

Was hinter Mundgeruch stecken kann