Kommentar

Krankenhäuser in der Krise

Von Helmut LaschetHelmut Laschet Veröffentlicht: 30.10.2008, 05:00 Uhr

Es ist richtig, dass die Budgetierung der stationären Ausgaben und vor allem auch deren kärgliches Wachstum in den vergangenen zwei Jahren tiefe Spuren in den Bilanzen der Krankenhäuser hinterlassen wird. Allein am Geldmangel für die Finanzierung der Betriebskosten kann dies jedoch nicht liegen.

Ungelöst sind und bleiben die strukturellen Defizite vor allem der öffentlichen Krankenhäuser - zu wenig ist in den vergangenen Jahren von den meisten Bundesländern in die Infrastruktur investiert worden. Veraltete Ausrüstung und Management-Fehler addieren sich für die Mitarbeiter zu unnötig schlechten, am Ende frustrierenden Arbeitsbedingungen.

Das gilt wohl vor allem für Ärzte in Krankenhäusern. Die letzten Tarifrunden, die der Marburger Bund mit beachtlichem Erfolg bestritten hat, haben den Ärzten hohe (auch verdiente) Gehaltszuwächse beschert. Aber deshalb scheint die Attraktivität des Arztberufs im Krankenhaus nicht gewachsen zu sein - eher das Gegenteil ist der Fall, wie die sprunghaft gestiegene Zahl der offen Stellen zeigt.

Deshalb einfach mehr Geld zu fordern, ist nicht das geeignete Mittel. Strukturelle Defizite würden damit weiter verkleistert, jedoch nicht beseitigt.

Lesen Sie dazu auch: Ärztemangel führt zu Wartelisten Jede dritte Klinik schreibt 2008 rote Zahlen

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