Direkt zum Inhaltsbereich

Trotz Sommerpause

Krebsregister im Kabinett

Vollgas bei der Prävention: Das neue Gesetz für die Einführung von Krebsregistern soll noch im Sommer vom Kabinett abgesegnet werden. Kritik gibt es trotzdem.

Veröffentlicht:
Mamma-MRT: Daten von Krebserkrankungen sollen nach dem Willen der Regierung bald flächendeckend in Registern erfasst werden.

Mamma-MRT: Daten von Krebserkrankungen sollen nach dem Willen der Regierung bald flächendeckend in Registern erfasst werden.

© Jan-Peter Kasper / dpa

BERLIN (dpa/nös). Jetzt geht es schnell: Die Bundesregierung will das sogenannte Krebsplan-Umsetzungsgesetz noch in der Sommerpause auf den Weg bringen. Damit soll unter anderem die Krebsvorsorge ausgebaut und der Aufbau von Krebsregistern verpflichtend werden.

"Das Bundeskabinett wird den Entwurf am 22. August beschließen", sagte Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) der "Bild am Sonntag".

Er bestätigte damit einen ähnlich lautenden Bericht der "Ärzte Zeitung" vom 3. Juli.

Mit Blick auf die Krebsregister sagte Bahr: "Dann können aus diesen Daten neue Erkenntnisse zur Krebs-Bekämpfung genutzt und das Leben der Patienten verbessert werden."

Die ebenfalls geplanten Einladungen der Krankenkassen zu Vorsorgeuntersuchungen für Gebärmutterhalskrebs und Darmkrebs sollen laut Bahr "frühestens ab dem Jahr 2016" erfolgen.

Der Referentenentwurf aus Bahrs Ressort sieht dazu vor, dass der Gemeinsame Bundesausschuss (GBA) "innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes" entsprechende Richtlinien erarbeiten soll.

Kritik von den Krankenkassen

Für die Bundesländer sieht das Gesetz eine Pflicht zum Aufbau klinischer Krebsregister vor. Diese müssen sich an einem einheitlichen bundesweiten "Tumordatensatz" orientieren, damit die erhobenen Daten etwa gebündelt durch den GBA ausgewertet werden können.

Finanziert werden sollen die Register von den Krankenkassen, indem sie für jede neue Krebsdiagnose pauschal 94 Euro an das jeweilige Register abführen.

Kritik an dem jetzigen Gesetzentwurf kam bereits von den Krankenkassen. Der Vorstand des AOK-Bundesverbands, Uwe Deh, warnte jüngst davor, dass "dadurch für die Krebspatienten nichts besser" werde.

Er bemängelt vor allem, dass kein einziges nationales Krebsregister geschaffen werden soll. Experten hatten dies in der Vergangenheit wiederholt gefordert.

Deh: "Der bestehende Flickenteppich von 46 Registern muss abgelöst werden durch eine Stelle, die für aussagefähige, übergreifende, transparente Daten sorgt."

Schlagworte:
Ihr Newsletter zum Thema
Mehr zum Thema

Risikogruppen bei Prädiabetes

Wem nützt die bariatrische Chirurgie am meisten?

Malnutrition

Damit Sie Mangelernährung nicht übersehen: Darauf kommt es an!

Das könnte Sie auch interessieren
Der Gesundheitsdialog

© Janssen-Cilag GmbH

J&J Open House

Der Gesundheitsdialog

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

© Springer Medizin

Johnson & Johnson Open House-Veranstaltung am 26. Juni 2025 beim Hauptstadtkongress

Impulse für den medizinischen Fortschritt: Welches Mindset braucht Deutschland?

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
J&J Open House beim Hauptstadtkongress

© [M] Springer Medizin Verlag

Video zur Veranstaltung

J&J Open House beim Hauptstadtkongress

Kooperation | In Kooperation mit: Johnson & Johnson Innovative Medicine (Janssen-Cilag GmbH)
Kommentare
? 31.07.201208:11 Uhr

MRT

Herr Dr. Blumenroth hat Recht - wir haben den Fehler korrigiert und bitten, den Faux-pas zu entschuldigen.

Herzlichst,
die Redaktion

Dr. Claus Blumenroth 31.07.201200:01 Uhr

MRT ist keine Mammographie

Unter den MRT-Bildern steht:Mammografie:Daten von....
Dabei handelt es sich aber um MRT- Bilder.
Es wäre wünschenswert, wenn bei mammographisch gesicherten Mammakarzinomen eine MRT-Untersuchung, zum Ausschluss weiterer Herde,
von den Krankenkassen im Sinne und zum Wohle der betroffenen Frauen
finanziert würde. Nur so ist eine umfassende Diagnostik praeoperativ
möglich. (Das schreibt ein Gynäkologe!!)

Sonderberichte zum Thema
Abb. 1: Aktuelle explorative Ad-hoc-Analysen der Studien SPOTLIGHT und GLOW: mOS vor und nach Zensierung†

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

CLDN18.2+, HER2− Adenokarzinom des Magens/gastroösophagealen Übergangs

Mit optimiertem Therapiemanagement den Behandlungserfolg mit Zolbetuximab unterstützen

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Astellas Pharma GmbH, München
Abb. 1: OS von Patientinnen mit Endometriumkarzinom und Mismatch-Reparatur-Profizienz bzw. Mikrosatellitenstabilität

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [3]

Primär fortgeschrittenes/rezidivierendes Endometriumkarzinom

Nachhaltiger Überlebensvorteil durch Immuntherapie plus Carboplatin-Paclitaxel

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: GlaxoSmithKline GmbH & Co. KG, München
Abb. 1: AIO-KRK-0424/ass-Registerstudie: Leitlinienadhärenz

© Springer Medizin Verlag, modifiziert nach [5]

BRAFV600E-mutiertes mCRC nach systemischer Vortherapie

Registerstudie weist auf Defizite in der Umsetzung der Leitlinienempfehlungen hin

Sonderbericht | Mit freundlicher Unterstützung von: Pierre Fabre Pharma GmbH, Freiburg
Vorteile des Logins

Über unser kostenloses Login erhalten Ärzte und Ärztinnen sowie andere Mitarbeiter der Gesundheitsbranche Zugriff auf mehr Hintergründe, Interviews und Praxis-Tipps.

Haben Sie schon unsere Newsletter abonniert?

Von Diabetologie bis E-Health: Unsere praxisrelevanten Themen-Newsletter.

Jetzt neu jeden Montag: Der Newsletter „Allgemeinmedizin“ mit praxisnahen Berichten, Tipps und relevanten Neuigkeiten aus dem Spektrum der internistischen und hausärztlichen Medizin.

Top-Thema: Erhalten Sie besonders wichtige und praxisrelevante Beiträge und News direkt zugestellt!

Newsletter bestellen »

Top-Meldungen

Krisenresilienz

Stromausfall in Reutlingen: Eine Ärztin schildert ihre Erfahrungen

Fußball-Weltmeisterschaft

WM-Kolumne: Wie das Hotel die Leistungsfähigkeit im Spiel beeinflusst

Lesetipps
In der Schwangerschaft soll eine medikamentöse Blutdrucktherapie ab Werten 140/90 mmHg initiiert werden.

© Dragana Gordic - stock.adobe.com

Gestationshypertonie und Co.

Bluthochdruck in der Schwangerschaft: So gehen Sie therapeutisch vor