Arzneimittelpolitik

Lassen sich Patientenvertreter manipulieren?

Das internationale Gesundheitsnetzwerk HAI hat analysiert, ob und wie die Einstellung von Patientengruppen zu politischen Fragestellungen beeinflusst werden kann.

Veröffentlicht: 22.02.2011, 15:04 Uhr

BRÜSSEL (spe). Finanzielle Verflechtungen mit der Industrie beeinflussen möglicherweise die Einstellung von Patientengruppen zu politischen Fragestellungen. Diesen Schluss legt eine Studie des internationalen Gesundheitsnetzwerks HAI nahe.

Das Netzwerk war der Frage nachgegangen, inwieweit sich das Sponsoring durch die Pharmaindustrie auf die Haltung von Patienten- und Verbraucherschutzorganisationen zur gesetzlichen Informationsfreigabe über verschreibungspflichtige Arzneimittel auf EU-Ebene auswirkt.

An der Befragung hatten 12 von 22 angeschriebenen Interessenvertretungen teilgenommen. HAI hatte außerdem politische Positionspapiere von 14 Organisationen ausgewertet. Fünf Patientengruppen hatten im Befragungszeitraum kein Geld von der Industrie erhalten.

Heraus kam, dass ein offensichtlicher Zusammenhang zwischen der Forderung nach einer Liberalisierung der Vorschriften und einer finanziellen Unterstützung durch Pharmaunternehmen besteht. Zehn Organisationen sprachen sich dafür aus, das bestehende Informationsverbot unter behördlicher Aufsicht zu lockern.

Die fünf finanziell unabhängigen Patientengruppen lehnten hingegen jedwede Informationsverbreitung über verschreibungspflichtige Medikamente durch die Industrie ab.

Das HAI-Netzwerk fordert jetzt, das Sponsoring von Patienten- und Verbraucherschutzorganisationen durch nicht-kommerzielle Quellen zu fördern.

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