Gesetz soll 2024 in Kraft treten

Lauterbach will mehr Kompetenzen für Pflegekräfte

Mit einem „Pflegekompetenzgesetz“ will Karl Lauterbach Pflegeberufe künftig deutlich attraktiver machen. Eckpunkte für das Gesetz will er noch bis Dezember vorlegen.

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Berlin. Für die Pflegekräfte ist es seit langem eine zentrale Forderung: Jetzt hat Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) erweiterte Befugnisse für Pflegekräfte angekündigt. Sie sollen künftig selbstständig mehr von dem machen können, was sie jetzt nur unter ärztlicher Anleitung tun dürfen, sagte der Minister der „Bild am Sonntag“.

„Pflegekräfte sind in Deutschland sehr gut ausgebildet, dürfen aber nicht das tun, was sie können“, so der SPD-Politiker. Mit einem „Pflegekompetenzgesetz“ solle der Beruf künftig deutlich attraktiver werden. „Wenn eine Pflegekraft ein Jahr lang eine Wundversorgung im Beisein von Ärzten gemacht hat, kann sie das genauso gut.“ Das solle sie selbstständig machen dürfen, auch zum Beispiel Verbandmaterial verschreiben.

„Es ist absurd zu glauben, dass unsere Pflegekräfte weniger können als in Schweden oder Amerika, wo sie das schon längst dürfen“, sagte der Minister. Nicht nur Ärzte, sondern auch Pflegekräfte könnten Diabetes-Patienten erklären, wie sie ihre Ernährungsgewohnheiten umstellen müssen oder wie sie Insulin überwachen. „Das können Pflegekräfte irgendwann so gut, dass sie es auch ohne Arzt machen können.“

Gesetz soll im nächsten Jahr in Kraft treten

Eckpunkte für das Gesetz will Lauterbach noch bis Dezember vorlegen. Im nächsten Jahr soll das Gesetz in Kraft treten. Für ausländische Pflegekräfte gelte: „Wer als Pflegekraft zu uns kommt, soll künftig sofort arbeiten können. Auch, bevor die Abschlüsse anerkannt sind.“ Wo es Zweifel gebe, ob der Abschluss ausreiche, könne die Qualifikation praktisch geprüft werden.

Lauterbach will zudem den Spracherwerb für ausländische Pflegekräfte erleichtern, indem Sprachschulungen pflegenah gemacht werden. „Deutsch kann auch beim Arbeiten gelernt werden. So lernt man die Sprache schneller als nur in Sprachkursen“, sagte er. Geflüchtete etwa sollten in der Pflege schon Hilfstätigkeiten machen können, ohne dass sie den Spracherwerb nachgewiesen haben müssten.

Bislang hatten insbesondere Ärztevertreter versucht, Übertragungen von Kompetenzen ans Pflegepersonal abzuwehren. Ausländische Pflegekräfte, die in Deutschland arbeiten, wundern sich hingegen über die stark eingeschränkten Möglichkeiten, die Pflegenden in Deutschland zugestanden werden. Pflegeverbände weisen darauf hin, dass der Pflegeberuf attraktiver werde, wenn die Beteiligten größeren Handlungsspielraum hätten. (KNA)

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