Kommentar

Managed Care als Zwangsmittel?

Von Sabine Schiner Veröffentlicht: 14.06.2012, 05:48 Uhr

In der Schweiz sollen die Krankenversicherten, wenn sie sich in Ärztenetze einschreiben, künftig geringere Beiträge zahlen. Im Gegenzug müssen sie auf die freie Arztwahl verzichten, Hausärzte übernehmen die Rolle des Gatekeepers. Hintergrund ist die Gesetzesvorlage zu Managed Care, über die die Schweizer am 17. Juni in einer Volksabstimmung entscheiden.

Effizienz und Qualität der Versorgung sollen verbessert, die Kosten gesenkt werden - so weit die Idee. Davon profitieren sollen Versicherer und Versicherte, deren Kostenbeteiligungen und Prämien sinken.

Die Schweizer Ärzteschaft ist bei dem Thema gespalten. Die einen fürchten neue ökonomische Zwänge, die anderen haben das Einzelkämpfer-Dasein satt und wollen gemeinsam gestalten. Die Möglichkeit, das Behandlungsbudget direkt mit den Krankenversicherern zu verhandeln, ist für sie Anreiz und Motivation.

Die Lösung liegt, wie so oft, in der Mitte: Ja zu Kooperation und Netzen - wenn Versorgungsqualität und Patienten im Vordergrund stehen.

Viel spricht im Vorfeld der Abstimmung dafür, dass die Vorlage in der Schublade verschwindet: Meinungsumfragen zu Folge lehnt eine Mehrheit der Schweizer den Zwang zu Managed Care ab.

Lesen Sie dazu auch: Alle Schweizer ab ins Netz?

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