Kehrtwende in Großbritannien

May streckt ausländischen Ärzten die Hand aus

Angesichts wachsenden Ärztemangels macht die britische Regierung die Tür für ausländische Ärzte wieder auf.

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Zum Brexit: Premierministerin Theresa May will ausländische Ärzte aus der Visaquote herausnehmen.

Zum Brexit: Premierministerin Theresa May will ausländische Ärzte aus der Visaquote herausnehmen.

© Alberto Pezzali / NurPhoto / picture alliance

LONDON. Die britische Regierung hat überraschend angekündigt, ausländische Ärzte künftig unbürokratischer und schneller ins Land zu lassen, damit diese dort dringend benötigte Stellen im staatlichen britischen Gesundheitswesen (National Health Service, NHS) besetzen können. Das ist in den Zeiten des Brexits eine kleine Sensation.

Wie ein Sprecher der Premierministerin Theresa May am vergangenen Donnerstag in London bestätigte, werden ausländische Ärzte zukünftig nicht mehr in die jährlich zur Verfügung stehende Visaquote mit einbezogen.

Derzeit ist es so, dass für qualifizierte Arbeitnehmer aus Nicht-EU-Staaten jährlich maximal 20.700 so genannte "Tier 2"-Visa zur Verfügung stehen. Ist diese Zahl vergeben, dürfen britische Kliniken keine weiteren Fachärzte und anderes Gesundheitspersonal im Nicht-EU-Ausland anheuern. Das hat laut britischen Ärzteverbänden in vielen Teilen des NHS bereits zu einer ernsthaften Ärzteknappheit geführt.

Freiheit bei Kliniken

Bereits in Kürze sollen britische Kliniken nun wieder frei sein, beliebige Zahlen von ausländischem Fachpersonal zu rekrutieren. Für deutsche und andere EU-Ärzte gilt diese Regelung noch nicht, dürfte aber auch schon bald relevant werden, wenn das Königreich im März 2019 die EU verlässt. Großbritannien ist seit Jahren auch bei deutschen Ärzten als Arbeitsplatz beliebt, hat aber seit dem Brexit-Votum an Attraktivität verloren.

Britische Ärzte- und Patientenverbände begrüßten die Lockerung der Visa-Bestimmungen für Ärzte. Die Regierung May hat in den vergangenen Monaten die Begrenzung der Einwanderung als "dringend" und als "nationale Aufgabe Nummer 1" bezeichnet. Die jüngste Kehrtwende ist damit eine weitere Schlappe für die EU-feindliche Regierungschefin. (ast)

Im "Brexit Blog" berichten wir über die Folgen des EU-Austritts.

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